Das Kopftuch als Ausdruck islamistischer Ideologie

Lehrer dürfen im Unterricht auch kein Marx-T-Shirt tragen. Und das Kopftuch ist ein weltanschauliches Symbol. Als traditionelles Kleidungsstück war es in den siebziger Jahren aus den Städten in islamisch geprägten Ländern praktisch verschwunden. Heute trägt dort fast jede Frau Kopftuch. Diese Entwicklung geht auf das Konto der Islamisten. Sie haben die kopftuchlosen Frauen attackiert und eine Verbindung des Kopftuches zur Religion behauptet, die damals kaum empfunden wurde. Sie haben das Kopftuch zu ihrem Erkennungsmerkmal erkoren und durch seine ­Verbreitung in den achtziger Jahren ihre kulturelle Hegemonie erkämpft.

Gleichwohl ist vielen Frauen nicht bewusst, wessen Symbol sie sich umbinden. Sie glauben, sie trügen es allein aus religiösen Gründen. Das ist die Perfidie des politischen Islam: Er rechtfertigt seine Weltanschauung mit der Religion. Davon sollte man sich nicht verwirren lassen. Zugleich muss man anerkennen, dass das Kopftuch sich verselbstständigt hat. Für die Islamisten ist es ihr Symbol, aber für die Trägerin ist es womöglich etwas anderes. Eine Lehrerin sollte allerdings den Zusammenhang von Islamismus und Kopftuch kennen – so viel darf man von studierten Menschen erwarten. Auch muss man sich fragen, ob eine Religion etwas anderes ist als eine Weltanschauung, wenn man sie unbedingt zur Schau stellen will. Die Lehrerin, die ihr Kopftuch auch für die Zeit des Unterrichts nicht ablegen will, sagt ihren Schülerinnen damit, dass ihre Religion das von Frauen verlange – und das ist islamistische Ideologie.“ (Hannah Wettig: „Islamistische Ideologie“)

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