Alltag in einem Kibbuz im Süden Israels

missile_gaza„Ruhe liegt über dem Kibbuz Or-Haner im Süden Israels. Die nahöstliche Sonne wärmt noch an diesem späten Novembertag. Vögel zwitschern. Der Wind hat die Autos in einen Schleier aus Sand gekleidet. Äußerlich deutet nichts darauf hin, dass die Menschen hier mit einer unberechenbaren und tödlichen Gefahr leben. Der Gazastreifen liegt keine drei Kilometer entfernt. Auf der anderen Seite der Grenze basteln palästinensische Extremisten an Raketen, mit denen sie immer wieder Israel angreifen. Wenn die Sirene heult, haben die Menschen in Or-Haner maximal 15 Sekunden, um einen Schutzraum aufzusuchen. Zudem graben die Extremisten Tunnel, um Terrorkommandos einzuschleusen. Niemand weiß, wann sie wo auftauchen.

Was das mit den Menschen macht, zeigt sich an den Kindern: ‚Zittern, Bettnässen, Angst in der Dunkelheit …‘, zählt Ruth auf, die früher als Kindergärtnerin gearbeitet hat. Eines Tages begann sie, mit Fingerpuppen von Bunker zu Bunker zu fahren, um die Kinder gegen das Trauma zu impfen, wie sie sagt. Die Fingerpuppen erzählen Geschichten über Zerstörung, und Ruth hat auch ein lustiges Lied über die Sirene im Programm. Manchmal jedoch ‚weine ich mit ihnen‘.“ (Floo Weißmann: „Lokalaugenschein in Israel: Fingerpuppen und Bomben“)

 

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