Wird der israelische Wahlkampf plötzlich doch spannend?

Benny Gantz in seiner Zeit bei den IDF. Quelle: SSG Teddy Wade/Wikimedia Commons.

„Kurz gesagt, wir könnten der israelischen Wirtschaft die Ausgabe von 1,8 Milliarden NIS (480 Millionen US-Dollar) ersparen, die die Wahlen uns kosten werden, wie jemand im Finanzministerium errechnet hat, uns 100 Tage Streit und Demagogie ersparen und Benjamin Netanjahu schon hier und jetzt nochmals zum Gewinner erklären. Wäre da nicht noch ein anderer Benjamin. (…)

Nur Benny Gantz, unser vorletzter Chef des IDF-Generalstabs, stellt eine Bedrohung für Netanjahus außergewöhnliche Macht dar. In den etwas unzuverlässigen ersten Meinungsumfragen erzielte er ziemlich hohe Zustimmungswerte. Das mag auch daran liegen, dass die meisten Israelis nicht genau wissen, wofür er steht.

Wir lieben unsere Generalstabschefs, solange sie in Uniform sind. Selbstverständlich tun wir das. Wir verdanken den Stabschefs letztendlich, dass die meisten unserer Kinder in den Jahren ihres verpflichtenden Militärdienstes sicher sind.

Diese universelle Wertschätzung und die Aura der Autorität können sich jedoch schnell auflösen, wenn die Militärführer in die Politik eintreten. Bei jeder Rede, die ein zum Politiker gewordener Generalstabschef hält, mit jeder klaren Position, die er einnimmt, enttäuscht, verärgert und befremdet er unweigerlich einen weiteren Teil der stimmberechtigten Öffentlichkeit. (…)

Wenn Gantz in der Lage sein sollte,  zumindest einen Teil der Aura eines IDF-Chefs zu bewahren, wenn er kluge politische Allianzen schmiedet und wenn er sich als eine weniger spaltende Alternative zu den Linken, den Medien, den Strafverfolgungsbehörden und dem gesetzlich unter Druck geratenen Netanjahu erweist, dann könnte der Wahlkampf 2019 doch noch interessant werden. Wenn Gantz sich als inspirierend erweisen sollte, könnte er sogar sehr interessant werden.“ (David Horovitz: „Israel’s 2019 election: A battle of two Benjamins“)

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