Schwangerschaftsabbrüche in arabischer Welt: verboten und riskant

„‚Liebe Frau im Internet, Es tut mir leid, Sie zu behelligen, aber Sie sind meine letzte Hoffnung’, heißt es in der Email einer kuwaitischen Frau in Nour Saadis Mailbox. Saadi, eine Ärztin, die ursprünglich aus dem syrischen Aleppo stammt, wusste gleich, worum es ging. Jeden Monat erhält sie hunderte Emails von Frauen aus der arabischen Welt, die dringend um Hilfe bei etwas bitten, das in ihren Ländern verboten ist: Sie wollen eine Schwangerschaft abbrechen. So auch in diesem Fall. ‚Ich will nicht, dass mein künftiges Baby und ich im Gefängnis leiden und meine Eltern ohne finanzielle Unterstützung zurückbleiben. Ich bin der einzige Verdiener in der Familie und es war mein größter Fehler, einem Mann zu vertrauen, der nur mein Leben ruiniert hat. Ich bereue es wirklich’, heißt es weiter in der Email. ‚Bitte helfen Sie mir und retten Sie mich.’ Saadi lebt jetzt in den Niederladen und arbeitet für Women on Web, eine gemeinnützige holländische Frauenrechtsorganisation. (…)

Die Organisation wurde 2005 von der holländischen Ärztin Rebecca Gomperts gegründet. Gomperts zufolge hilft sie jährlich 60.000 Frauen, indem sie sie darüber informiert, wie sie sich die von der Weltgesundheitsorganisation genehmigten Medikamente für den Schwangerschaftsabbruch beschaffen können und Ratschläge zur sexuellen Gesundheit bietet. Erforderlichenfalls schickt sie den Frauen die Pillen für den Schwangerschaftsabbruch gegen eine kleine Gebühr, die in Notfällen aber erlassen wird. Manchmal werden die Medikamente vom Zoll aufgehalten, doch meistens funktioniert das System gut, außer in Brasilien, wo die Päckchen fast nie ankommen. In zwei von drei Ländern weltweit sind Schwangerschaftsabbrüche verboten oder nur unter massiven Einschränkungen erlaubt. Mit Ausnahme Tunesiens betrifft dies auch die gesamte arabische Welt. Dafür gibt es verschiedene kulturelle, religiöse und gesellschaftliche Gründe. (…) Für die meisten Frauen in der arabischen Welt sind Schwangerschaftsabbrüche in der Regel sehr riskant. Da sie verboten sind, werden sie oft von unqualifizierten Ärzten vorgenommen und sind daher mit unnötigen Gesundheitsrisiken verbunden.“ (Venetia Rainey: „‚Help me before my relatives kill me‘: Aiding abortion in the Middle East“)

Ein Gedanke zu „Schwangerschaftsabbrüche in arabischer Welt: verboten und riskant

  1. unbedeutend

    Schwangerschafts“abbruch“ ist die Tötung eines Menschen. Das ist einer der wenigen positiven Punkte in islamischen Staaten, dass sie auch das ungeborene Leben schützen. Insgesamt sehe ich den Islam eher als Todeskult. Aber in diesem Punkt gibt es die Todeskultur leider in der westlichen Gesellschaft. Die Tötung eines unschuldigen Menschen ist nie zu rechtfertigen, weder vor, noch nach der Geburt.

Schreiben Sie einen Kommentar


Schreiben Sie einen Kommentar

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.


Login