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Kritiker weist deutsche Studie zu Antisemitismus unter Migranten zurück

Kritiker weist deutsche Studie zu Antisemitismus unter Migranten zurück„In einer von einer deutschen Bundesstiftung veröffentlichten Studie heißt es, die muslimische Einwanderung der jüngeren Zeit habe keinerlei Wirkung auf den Antisemitismus in Europa. Ein prominenter Kritiker nannte den Bericht einseitig und fehlerhaft. (…) ‚Weder die Analyse der vorliegenden Daten noch die im Zusammenhang mit diesem Bericht geführten Interviews deuten auf eine nennenswerte Verbindung‘ zwischen der Ankunft der Migranten und ‚dem Ausmaß und Charakter des Antisemitismus in Westeuropa‘ hin, so die Autoren des Berichts ‚Antisemitismus und Einwanderung im heutigen Westeuropa, Besteht ein Zusammenhang?‘ Behauptungen, die Neuankömmlinge könnten eine Gefahr für Juden darstellen, schienen auf ‚der Wahrnehmung jüdischer Einzelpersonen und Communities‘ zu beruhen, ‚nicht aber auf einer objektiv von Einwanderern ausgehenden Bedrohung‘, heißt es in dem Bericht. Insbesondere kritisiert der Bericht Andrew Baker, den Direktor für Internationale Angelegenheiten des American Jewish Committee und Ansprechpartner der OSZE in Sachen Antisemitismus. Er gehöre zu den Einzelpersonen, die ‚der Vorstellung Ausdruck verliehen haben, dass von den Flüchtlingen der jüngeren Zeit eine Gefahr für die Juden in Europa ausgehe‘, und zwar ohne Beweise, so die Studie. (…)

Baker wies die Behauptungen des Berichts in einem Gastkommentar zurück, der letzte Woche in dem in London ansässigen Jewish Chronicle erschien. ‚Sie ignorieren Daten, tun das Problem ab und weisen die Verantwortung den Opfern zu‘, schrieb er. Die Studie ignoriere eine breit angelegte EU-Studie jüdischer Wahrnehmungen des Antisemitismus, bei der die Befragten angaben, ‚ungefähr 40 Prozent der schlimmsten Vorkommnisse körperlicher Gewalt und Bedrohung, die sie miterlebt oder selbst erfahren hätten, gingen auf jemandem »mit islamistischen Standpunkt« zurück‘. Das Informations- und Dokumentationszentrum Israel in den Niederlanden schätzte, dass ‚Ausländer‘ für 70 Prozent der antisemitischen Vorfälle in dem Land verantwortlich seien. (…) In Frankreich hat das Nationale Büro für Wachsamkeit gegen den Antisemitismus dieses Jahr erklärt, Menschen mit einem muslimischen Hintergrund seien beinahe ausschließlich für die antisemitische Gewalt in dem Land verantwortlich. ‚Statt sich mit diesen Befunden auseinanderzusetzen‘, so Baker, würden die Wissenschaftler ‚enorme Anstrengungen unternehmen, um sie zu widerlegen‘. ‚Den Kopf in den Sand zu stecken, ist selten eine gute Idee, selbst wenn sie auf fünfzig Seiten mit Fußnoten daherkommt‘, fügte er hinzu.

Die Wissenschaftler schrieben, es sei zwar wahrscheinlicher, dass Menschen aus muslimischen Gesellschaften antisemitische Ressentiments anhingen, doch werde dies nicht unbedingt in Handlungen umgesetzt. Muslimische Minderheiten fühlten sich ‚mit gutem Grund schlecht und ungerecht behandelt‘, so die Autoren. Man müsse sich ‚fragen, ob es einen Zusammenhang zwischen diesen Erfahrungen der Diskriminierung und Benachteiligung‘ und der ‚Fortdauer des Antisemitismus‘ gebe.“ (By Cnaan Liphshiz: „No link between Muslim immigration and anti-Semitism, German study says“)

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