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Die hohe Kunst der irreführenden Überschrift

Von Florian Markl

Irgendwo muss man Kurse belegen können, in denen gelehrt wird, wie man Überschriften zum Thema Israel so formuliert, dass der tatsächliche Inhalt der Meldung in möglichst irreführender Form verpackt wird. Ziehen etwa Palästinenser aus, um möglichst viele Juden zu töten und werden im Zuge dessen von Sicherheitskräften erschossen, so ist die Überschrift so zu wählen, dass die Angreifer darin nicht als Täter, sondern als Opfer in Erscheinung treten. Perfekt umgesetzt sieht das dann so aus wie in diesem Beispiel aus der Feder der österreichischen Presseagentur APA:

Die hohe Kunst der irreführenden Überschrift

Oder in dieser Überschrift, die nach einer Serie von Anschlägen von Palästinensern auf Israelis im Kurier (15. Okt. 2015) abgedruckt wurde:

Die hohe Kunst der irreführenden Überschrift

Aktuell übt sich orf.at in der Kunst der irreführenden Überschrift – und stellt sich dabei gar nicht so schlecht an:

Die hohe Kunst der irreführenden Überschrift

Tatsächlich wurde die Jugendliche, die aus einem Clan stammt, der Gewalt und Terror gegen Juden gewissermaßen zum Familienbusiness gemacht hat, nicht in israelischer Haft misshandelt, wie man nach dieser Titelzeile wohl annehmen muss, sondern musste ein paar Monate im Gefängnis verbringen, weil sie einen israelischen Soldaten tätlich angegriffen hatte – die erwähnte Ohrfeige hat sie also nicht erhalten, sondern selbst einen Faustschlag verteilt. Wer würde nach Lektüre der Überschrift auf diesen Gedanken kommen?

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