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Hat Israels Ex-Premier ein Staatsgeheimnis ausgeplaudert?

Warnschild beim israelischen Kernforschungszentrum Dimona im Jahr 1986. (© imago images/NTB)
Warnschild beim israelischen Kernforschungszentrum Dimona im Jahr 1986. (© imago images/NTB)

Israelische Medien fragen, ob Ex-Premier Barak unabsichtlich das »am schlechtesten gehütete Geheimnis« des Landes bestätigt habe.

Israels ehemaliger Premierminister Ehud Barak von der heute oppositionellen Arbeitspartei ist ein lautstarker Kritiker der von der Regierung propagierten Justizreform. Dabei setzte er in seinen Warnungen vor den Folgen des Vorhabens auf drastische Worte und warnte beispielsweise davor, dass Israel zu einer »Diktatur« verkomme und von einem »illegitimen Regime« regiert werde.

Bei einer seiner jüngsten Äußerungen könnte Barak aber ein schwerwiegender Fehler unterlaufen sein. In einer (mittlerweile offenbar gelöschten) Twitter-Nachricht berichtete er von Gesprächen, die er auf dem internationalen Parkett geführt habe, und schrieb:

»In Gesprächen zwischen Israelis und westlichen diplomatischen Vertretern wird die große Sorge geäußert, dass im Falle eines erfolgreichen Putsches in Israel eine messianische Diktatur im Herzen des Nahen Ostens errichtet werden könnte, die über Atomwaffen verfügt und fanatisch eine Konfrontation mit dem Islam rund um den Tempelberg anstrebt.«

Auch wenn Barak damit nur Bedenken ausländischer Beobachter wiedergegeben haben dürfte, fragte die Times of Israel, ob der Ex-Premier damit das »am schlechtesten gehütete Geheimnis« (so auch der Titel eines Standardwerks zum Thema) des Landes bestätigt habe: die Existenz israelischer Atomwaffen.

Auch wenn alle Welt davon überzeugt ist, dass Israel seit Ende der 1960er Jahre über Atomwaffen verfügt, hat sich das Land nie offiziell dazu bekannt, sondern verfolgt eine Position, die als »nukleare Ambiguität« bezeichnet wird. Die israelische Standard-Antwort auf die Frage nach Atomwaffen, die auf ein Memo des damaligen US-Außenministers Henry Kissinger an Präsident Richard Nixon zurückgeht, lautet seit den 1970er Jahren: »Israel wird nicht das erste Land sein, das Atomwaffen im Nahen Osten einführt.«

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