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Hackergruppe Edaalate-Ali: »Das iranische Regime ist verwundet«

Ausschnitt aus dem Video der Hackergruppe »Edaalate-Ali«
Ausschnitt aus dem Video der Hackergruppe »Edaalate-Ali« (Quelle: Screenshot)

Iranische Gruppe hackt sich in Irans nationales Fernsehen und ruft zu Protesten auf.

Initiative »Free Iran Now« Kassel

Am 2. Februar hat eine iranische Gruppe von Hackern eine Sondersendung des staatlichen Nachrichtensenders Telewebion unterbrochen, um eine deutliche Nachricht an das Regime sowie an die Bevölkerung zu richten.

Die Sendung sollte den Auftakt zu den jährlichen Feierlichkeiten des Regimes bilden, die mit dem Jahrestag der Rückkehr Ruhollah Khomeinis aus dem französischen Exil beginnen. Die »Daheye Fajr«, wie die Feier von den iranischen Machthabern genannt wird, dauert zehn Tage und endet mit dem Jahrestag der Vollendung der islamischen Revolution.

Diesen Anlass hat die iranische Hackergruppe genutzt, um erneut in Erscheinung zu treten und zu landesweiten Protesten aufzurufen.

Bekannt wurde die Gruppe, weil sie am 22. August 2021 Videoaufnahmen aus dem iranischen Foltergefängnis Evin geleaked und veröffentlicht haben, in dem unter anderem die Folter von Gefangenen und die unerträglichen Zustände in den Einzelzellen des Gefängnisses gezeigt wurden. Im Zuge dessen hat die Gruppe die Forderung aufgestellt, alle politischen Gefangenen freizulassen.

Die Gruppe hat sich den Namen »Edaalate-Ali« gegeben, was mit »Gerechtigkeit Ali’s« übersetzt werden kann und mit dem Bezug auf den schiitischen Propheten Ali zwar religiös konnotiert ist, jedoch eventuell den Gerechtigkeit predigenden und doch nur selbstgerecht handelnden Mullahs einen Spiegel vorhalten will. Denn die Nachricht der Hackergruppe an die Machthaber weist keinerlei religiösen Charakter auf.

Vielmehr werden Menschenmengen gezeigt, die »Tod dem Diktator« rufen, woraufhin der Sprecher der Gruppe verkündet, dass die Feierlichkeiten der »Daheye Fajr« zur Totenfeier des Regimes werden sollen und sie die Propaganda des Regimes mitsamt dem Zwangsschleier verbrennen werden.

Das Regime sei bereits verwundet durch die Veröffentlichung der Aufnahmen aus dem Foltergefängnis und es soll nicht die letzte Aktion der Gruppe gewesen sein, so der Sprecher von »Edaalate-Ali«.

Am selben Tag hat die Hackergruppe einen internen Brief öffentlich gemacht, in dem die Teheraner Staatsanwaltschaft den Vorsitzenden der paramilitärischen Revolutionsgarde (IRGC) auffordert, das Internet zu filtern und die Bandbreite zu beschränken, sowie alle Polizeieinheiten wegen eventueller Proteste in Alarmbereitschaft zu versetzen.

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