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Türkische Lira weiter unter Druck

Talfahrt der türkischen Währung geht weiter
Talfahrt der türkischen Währung geht weiter (© Imago Images / NurPhoto)

Die Wirtschafts- und Währungspolitik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan führt zu großer Armut innerhalb des Landes.

Wie das türkische Amt für Statistik vor einigen Tagen verlautbaren ließ, erhöhte sich die Inflation im Beobachtungszeitraum Januar 2022 auf fast fünfzig Prozent, während es im Dezember vergangenen Jahres »erst« 36 Prozent waren.

Zugleich stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um knapp fünfzig Prozent. Hinzu kommen die stark verteuerten Rohstoffpreise, die hohen Produktionskosten und der wackelige Kurs der türkischen Währung.

Mittlerweile leidet praktisch die gesamte Bevölkerung unter der fragwürdigen und international heftig kritisierten Währungs- und Wirtschaftspolitik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Selbst die banalsten Dinge des täglichen Lebens, darunter Lebensmittel, sind so teuer geworden, dass sich viele Türken sogar einfachste Einkäufe nicht mehr leisten können.

Die hohe Quote der Arbeitslosigkeit und die ansteigenden Preise der Mieten führen zu großen Existenzsorgen unter der Bevölkerung.

Die türkische Regierung sah sich in den beiden letzten Monaten gezwungen, gegen den rapiden Verfall der türkischen Lira etliche Maßnahmen zu setzen. So versprach sie, für Verluste aus den Währungsschwankungen einzuspringen bzw. forderte die Bevölkerung auf, ausländische Währungen auf Lira-Konten einzuzahlen. Dafür sei die Regierung bereit, höhere Zinsen zu bezahlen.

Nichtsdestotrotz hält Erdogan an seiner destruktiven Politik fest und bestraft jeden, der öffentlich gegen seine Entscheidungen protestiert. So gab es einen mehrmaligen Wechsel an der Spitze der Zentralbank, und auch der Chef des Amts für Statistik wurde ausgetauscht.

Ob durch diese Personalpolitik nicht auch die Versuchung besteht, die offiziell verlautbarten Daten anders darzustellen als es die Realität verlangt, sei dahingestellt, ist aber zu vermuten.

Der türkische Finanzminister Nureddin Nebati jedenfalls schätzt, dass sich ab April die Lage beruhigen wird. Internationale Experten widersprechen dieser Ansicht und meinen, solange Erdogan direkt in die Währungspolitik eingreife, werde es zu keinen Veränderungen kommen.

Viel Zeit, die Bevölkerung wieder auf seine Seite zu ziehen, hat Erdogan nicht mehr: Die nächsten Wahlen finden im April 2023 statt.

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