Mena-Exklusiv

Sind Anschläge auf Juden kein Terrorismus?

Koscherer Supermarkt

Koscherer Supermarkt in Paris

Sehr geehrter Kurier-Redaktion,

im heutigen Kurier findet sich eine Auflistung islamistischer Terroranschläge in Europa – die durch bemerkenswerte Auslassungen hervorsticht. Zwar erwähnen Sie den Anschlag auf das jüdische Museum von Brüssel im Mai 2014, andere klar antisemitische Attacken werden dagegen verschwiegen – obwohl sie in direktem Zusammenhang mit Anschlägen standen, die sehr wohl in Ihre Auflistung aufgenommen wurden.

So ist zum Beispiel über einen Anschlag in Kopenhagen im Februar 2015 zu lesen: „Ein arabisch-stämmiger 22-Jähriger feuert auf ein Kultur-Café – ein Toter.“ Unerwähnt bleibt, dass derselbe Täter in der folgenden Nacht die Kopenhagener Synagoge attackierte und dabei einen jüdischen Wachmann ermorden und zwei Polizisten verletzen konnte, bevor er von Sicherheitskräften erschossen wurde.

Und über Paris im Jänner 2015 ist zu lesen: „Bei einem Attentat auf das Satiremagazin Charlie Hebdo sterben zwölf Menschen“. Warum ließen unter den Tisch fallen, dass ein weiterer Terrorist am Tag nach dem Blutbad in der Charlie-Hebdo-Redaktion eine französische Polizistin erschoss, als er vermutlich gerade einen Anschlag auf eine jüdische Schule unternehmen wollte, und wiederrum einen Tag darauf in einem koscheren Supermarkt in Paris mehrere Geiseln nahm und vier Menschen ermordete, nachdem er sich vergewissert hatte, dass sie Juden waren?

Aus welchem Grund finden diese gezielt antisemitischen Attacken in Ihrer Übersicht keine Erwähnung? Unterscheiden sich Ihrer Ansicht nach islamistische Angriffe auf Juden in Europa von Anschlägen gegen andere Personengruppen? Und falls die Auslassungen nicht mit Absicht erfolgten, warum betrafen sie ausgerechnet antisemitische Attacken?

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Florian Markl
Mena Watch – der unabhängige Nahost-Thinktank

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