Mena-Exklusiv

Mahmud Abbas: „Die Palästinenser haben das Alphabet erfunden“

Von Alexander Gruber

Mahmud Abbas greift mit Vorliebe zu geschichtsklitternden Argumenten, um die historische Verbindung der Juden zum Land Israel zu leugnen und so dem jüdischen Staat, den er als solchen nicht anerkennen möchte, die Legitimität zu entziehen. So erklärt der Vorsitzende der Palästinensischen Autonomiebehörde den Juden Jesus schon einmal zu einem „Palästinenser, der die frohe Botschaft brachte und eine Führungsgestalt für Millionen weltweit wurde.“ Doch die solcherart in Anspruch genommenen 2000 Jahre seit Jesu Geburt scheinen Abbas nicht genug zu sein, weswegen er jüngst die Ursprünge der Palästinenser – einem Volk, das vor 100 Jahren niemand kannte, weil seine Angehörigen sich als Araber fühlten – um weitere 4000 Jahre vorverlegte.

Die palästinensische Nation habe bereits vor der Anwesenheit Abrahams im Lande Kanaan existiert, wie Abbas unter missbräuchlichem Bezug auf die Bibel unlängst in einer Rede ausführte. Diese Vorfahren, so Abbas zu einem anderen Anlass, hätten bereits vor 6000 Jahren ein kanaanitisch-palästinensisches Alphabet erfunden – eine wahre Meisterleistung angesichts der Tatsache, dass die Geschichtsforschung davon ausgeht, dass die Schrift überhaupt erst vor ca. 5500 Jahren und das erste Alphabet um 2000 v. Chr. in Ägypten erfunden wurden.

 

Abbas‘ Ausführungen als bloßen historischen Unsinn abzutun, würde jedoch zu kurz greifen. Vielmehr sind sie Teil jener völkisch argumentierenden Delegitimierungskampagne, mittels derer Israel das Existenzrecht abgesprochen werden soll: Die Palästinenser, weil sie die ersten gewesen seien, hätten die älteren Rechte und wären die eigentlichen Herren des Landes. Die Juden hingegen seien bloß Landräuber und Usurpatoren, wie es denn auch Abbas‘ Berater für religiöse und islamische Angelegenheiten, Mahmoud Al-Habbash, am 3. Juni in einer Ansprache im offiziellen Fernsehsender der Palästinensischen Autonomiebehörde explizit ausführte:

„Sie [die Juden] sind Diebe, die das Land gestohlen haben, und die auch die Geschichte stehlen wollen. Aber die Geschichte kann sich nicht ändern, und sie kann nicht gefälscht werden. Die Fakten legen Zeugnis von ihr ab. Wir waren während der letzten 5000 Jahre hier und haben dieses Land nicht verlassen. Wir haben das Land nicht verlassen. Unsere Vorväter sind die monotheistischen Kanaaniter und Jebusiter. Sie sind diejenigen, die Jerusalem erbaut haben, noch bevor Abraham auch nur im Lande war.“

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