Kein „Streit“, sondern antisemitische Lügen

Spätestens seit dem Interview mit dem ‚Außenminister‘ der Palästinensischen Autonomiebehörde hat sich in österreichischen Medien weitgehend die Erklärung durchgesetzt, für die seit Wochen in Israel grassierenden Terrorangriffe durch Palästinenser sei ein „Streit“ um den Tempelberg bzw. die al-Aksa-Moschee verantwortlich. Sollte es sich tatsächlich um einen Streit handeln, dann um einen reichlich seltsamen, in dem eine Seite ständig hetzerische Lügen propagiert, während die andere ein ums andere Mal betont, dass sich am Status quo am Tempelberg nichts ändern werde. Allerdings gibt es tatsächlich Bestrebungen, diesen Status quo zu verändern – und sie gehen nicht von Israel aus.

Teil der al-Aksa-Moschee

Die Lüge, dass die Juden den finsteren Plan hegten, den Tempelberg in Besitz zu nehmen, um die al-Aksa-Moschee zu zerstören, spielte in der antisemitischen Propaganda spätestens seit den 1920er Jahren (die nicht zuletzt im Pogrom von Hebron im Jahre 1929 kulminierte) eine zentrale Rolle. Ging es schon dem Großmufti von Jerusalem, dem Nazi-Kollaborateur Amin al-Husseini, damals nicht nur darum, die Juden vom Plateau des Berges fernzuhalten, sondern sie darüber hinaus von der Westmauer („Klagemauer“/Kotel) zu vertreiben, so nahm sich auch die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) Ende letzter Woche dieser Aufgabe an – ohne dass dies in österreichischen Medien bisher Erwähnung gefunden hätte: Per UNESCO-Resolution soll die Klagemauer zu einem Teil der al-Aksa-Moschee und damit zu einer muslimischen heiligen Stätte erklärt werden.

Westmauer/Klagemauer. Quelle: Sustrucu

Der Palästinenser Jesus

Im Resolutionsentwurf, der von sechs arabischen Staaten (Ägypten, Tunesien, Algerien, Marokko, Kuwait und den VAE) eingebracht wurde, ist mit keinem Wort von der Klagemauer als einem Heiligtum des Judentums die Rede. Und genau darum geht es: Die angebliche moderate PA-Führung will sich von der UNESCO die von ihr seit Jahren propagierte Lüge absegnen lassen, dass es keinerlei historischen Bezug des Judentums zum Tempelberg gebe. Diese antisemitische Geschichtsklitterung hatte einst schon Jassir Arafat propagiert, heute wird sie u.a. von Mahmud Abbas vertreten – der abgesehen davon auch behauptet, Jesus sei nicht Jude, sondern Palästinenser gewesen.

Es gibt also tatsächlich den Versuch, den Status quo bezüglich des Tempelbergs zu verändern: Er wird von einer palästinensischen Führung vorangetrieben, die sich weigert, die ständigen Mordanschläge auf Juden zu verurteilen, während sie gleichzeitig mittels antisemitischer Hetze zu weiterer Gewalt aufstachelt.


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