Freiheit ist weder westlich noch östlich, sondern universell!

„Diese beherzte Beschäftigung mit der Vergangenheit und der Gegenwart mittels philosophischer Literatur und Wissenschaft inspirierte viele Menschen dazu, ihre Meinung zu sagen und sich in Bewegungen und Gruppen zu organisieren. Ohne das Internet als ein Instrument des kulturellen Austauschs und Globalismus wäre die Forderung nach universellen Menschenrechten unmöglich gewesen. Den reaktionären Kräften ist diese Entwicklung gar nicht recht, und Islamisten arbeiten unter Hochdruck daran, jede Forderung nach universellen Menschenrechten als einen ausländischen, imperialistischen Versuch darzustellen, den Islam zu bekämpfen und die Muslime kulturell zu kolonisieren. Der ehemalige Großmufti Saudi-Arabiens schrieb beispielsweise ein Buch, in dem er den ideologischen Angriff auf die Muslime verurteilt und argumentiert, dass ‚die Förderung des Erlernens westlicher Sprachen und der Aufbau westlicher Universitäten in muslimischen Ländern eines der Mittel ist, mit denen der Westen seine Ideen und Gedanken verbreitet’. Tapfere Individuen, die im Innern den guten Kampf führten, sind ausgegrenzt, verhaftet und verfolgt und als Verräter an ihrer eigenen Kultur und Gemeinschaft denunziert worden. Solche Beschuldigungen wurden von Islamisten vorgebracht, deren Zurückweisung des Fortschritts und der Moderne nicht überraschen kann. Doch bedauerlicherweise schließen sich ihnen allzu oft Teile der westlichen Linken an, die kulturellen Relativismus propagieren, die Islamisten für unterdrückte Opfer des westlichen Imperialismus halten und in ihnen Verbündete im Kampf gegen den westlichen Globalismus erblicken. So bezeichnete der Führer der Labour Party im Vereinigten Königreich – um ein besonders deutliches Beispiel anzuführen – die Terrorgruppen Hamas und Hisbollah als ‚Freunde’. Oder man denke an den Schweizer Politiker Geri Müller von den Grünen, der den Sprecher der Hamas Mushir Al-Masri im Schweizer Parlament empfing. Die Hamas ist eine gewalttätige Gruppe, die die Palästinenser ausbeutet und sich zahlreicher Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht hat. (…)

Als die iranischen Frauen am 8. März 1979 – keine drei Wochen nach der iranischen Revolution – gegen den Hijab und gegen die Scharia auf die Straßen strömten, lautete eine der eindringlichsten und bekanntesten Parolen, die sie skandierten, [ihre Forderungen seien] ‚weder westlich noch östlich, sondern universell!’ Das gleiche sagen heute Millionen muslimische Jugendliche in der ganzen Welt. Menschenrechte sind und werden immer universell sein. Universalität schließt weder den Westen zugunsten des Ostens aus noch umgekehrt. Stattdessen bringt sie beide zusammen. Sie verbindet die muslimische Philosophie des 10. Jahrhunderts mit der europäischen Philosophie der Aufklärung. Sie baut auf dem gemeinsamen Geist der ganzen Menschheit auf. Unterschiedliche Zivilisationen und unterschiedliche Menschen unterschiedlicher Hautfarbe tragen zu dem Fortschritt bei, den wir heute genießen.“ (Kacem El Ghazzali: „I Am a Globalist and I Am Proud“)

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