Die UNO, Israel und das T-Wort

„Im Laufe der vergangenen Woche hat UNO-Generalsekretär Antonio Guterres vier verschiedene Erklärungen zu vier Terroranschlägen in Asien und Afrika abgegeben. Darin drückte er seine Verurteilung der gegen unschuldige Menschen gerichteten Gewalt und des Blutvergießens mit harschen Worten aus. Die Erklärungen sind insofern interessant, als sie in nuce die grundsätzliche Einseitigkeit weiter Teile der internationalen Gemeinschaft in Hinblick auf den jüdischen Staat verkörpern. Einfach ausgedrückt, scheuen sich viele, das Wort ‚Terrorismus’ zu verwenden, wenn Palästinenser Juden ermorden, gleich wie entsetzlich und grausam der Vorfall sein mag. (…) Der UNO-Generalsekretär brachte es nicht über sich, den Angriff als Akt des Terrors zu bezeichnen und sprach stattdessen von der ‚Messerattacke eines palästinensischen Täters, die zum Tod von drei Mitgliedern einer israelischen Familie in der Siedlung Halamish im besetzen Westjordanland führte’. Sieht man einmal von der schauderhaften Syntax ab, erscheint Guterres’ Formulierung besonders erstaunlich, vergleicht man sie mit seinen Beschreibungen der übrigen Anschläge.

Am 24. Juli erklärte der Chef der UNO, er verurteile ‚nachhaltig den heutigen Terroranschlag in Lahore, Pakistan’. Damit bezog er sich auf die Zündung einer Autobombe, die mehr als zwei Dutzend Menschen tötete. Er unterstütze ‚die Bemühungen der pakistanischen Regierung, den Terrorismus und gewaltsamen Extremismus zu bekämpfen’. (…) Man beachte, wie klar und eindeutig der ranghöchste Diplomat der Welt sein kann, wenn er sich Mühe gibt. Auffällig ist aber auch, dass er die Regierungen Afghanistans, Pakistans und Nigerias seiner Unterstützung versichert, nicht aber die Regierung Israels. (…) Als palästinensische Terroristen mit Waffen, die auf dem Tempelberg gelagert worden waren, am 14. Juli zwei israelische Polizisten ermordeten, verurteilte Guterres den ‚Angriff heute Morgen durch drei Attentäter in der Altstadt von Jerusalem, bei dem zwei israelische Polizisten getötet wurden und ein weiterer verletzt’. Wieder einmal fehlte das Wort ‚Terrorismus’ und jedweder Ausdruck der Solidarität mit Israel, seiner Regierung oder Bevölkerung. Hier liegt eindeutig ein Muster vor und es wird schamlos zwischen dem Blut von Israelis und dem Blut Anderer unterschieden.“ (Michael Freund: „The UN, the T-word and Israel“)

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