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Sümpfe im Südirak drohen auszutrocknen

Lebensgrundlage für die Bewohner: Die Sümpfe im Südirak drohe auszutrocknen
Lebensgrundlage für die Bewohner: Die Sümpfe im Südirak drohe auszutrocknen (© Imago Images robertharding)

Die Sümpfe im Südirak sind nicht nur Naturreservate, sondern bieten auch ihren Bewohnern eine Lebensgrundlage, die zu versiegen droht.

Die Al-Hammar-Sümpfe im südirakischen Gouvernment Dhi Qar sind eines der größten Sumpfgebiete im Nahen Osten und eine Einkommensquelle für viele Bewohner der Region. Neben ihrer einzigartigen Natur und der großen Anzahl von Vögeln und Wildtieren ist es auch eine Lebensgrundlage für einen großen Teil der Bewohner, der seinen Lebensunterhalt mit der Ernte und dem Verkauf von Schilf, der Viehzucht und dem Fischfang verdient. Doch nach Ansicht der Einheimischen werden die Sümpfe seit Jahren von den Behörden vernachlässigt, was zu sinkenden Wasserständen führt und ihre Lebensgrundlage gefährdet.

Die Al-Hammar-Sümpfe stellten »eine sehr schöne und einzigartige Natur dar«, erklärte ein Fischer in aus der Region gegenüber der irakisch-kurdischen Nachrichtenwebsite Rudaw. »Früher war es ein reiches Sumpfgebiet für Fische und verschiedene Lebewesen. Seit fast einem Jahr sind die Sümpfe fast vollständig ausgetrocknet”, sagte er und fügte hinzu, die Sümpfe erhielten »95 Prozent ihrer Nährstoffe aus einem staatlichen Wasserprojekt, dessen Wasser aber schmutzig und nicht geeignet ist, die Sümpfe zu speisen, da es aus Abwässern stammt.«

Rückgang des Wasserstands in Euphrat und Tigris

Der Leiter der Umweltdirektion von Dhi Qar warnte vor der Gefahr, dass die Sümpfe sogar völlig austrocknen könnten. »Die Provinz Dhi Qar ist eine der anfälligsten Provinzen für die Auswirkungen des Klimawandels«, sagte Karim Hani Muhammad gegenüber den Medien und fügte hinzu: »Früher speiste das Wasser des Euphrat und des Tigris diese Sümpfe, aber der Rückgang des Wasserstandes beider Flüsse hatte auch negative und direkte Auswirkungen auf die Sümpfe.«

Der frühere Diktator Saddam Hussein hatte 1991 eine massive Entwässerungskampagne für die von Unruhen erschütterten Sumpfgebiete des Irak angeordnet, um die örtlichen Gemeinden dafür zu bestrafen, Aufständische zu schützen und zu beherbergen, die er verfolgte und bekämpfte.

2016 wurden die Sümpfe aufgrund ihrer Artenvielfalt und ihrer alten Geschichte in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Die Vereinten Nationen stufen den Irak als das fünftgefährdetste Land der Welt ein, was die Auswirkungen des Klimawandels betrifft. So treten immer häufiger Dürren auf und dauern länger als noch vor wenigen Jahren. 

Nach Angaben des Wasserministeriums sind die Wasserreserven seit dem vergangenen Jahr um die Hälfte zurückgegangen, was auf eine Kombination aus Dürre, fehlenden Niederschlägen und sinkenden Flusspegeln zurückzuführen ist.

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