Ist ein Israel-Hasser in den USA „die arabische Welt“?

Sehr geehrte Redaktion der Presse,

in einem Artikel über ein Bild, auf dem sich Miss Israel und Miss Irak gemeinsam ablichten ließen, schreiben Sie: „In der arabischen Welt gefiel dieses Bild jedoch nicht jedem: ‚Die Schönheitskönigin des Irak posiert fröhlich mit der Schönheitskönigin der Besatzung und Brutalität‘, twitterte Asaad Abukhalil, ein in den USA lebender Professor aus dem Libanon.“

Ganz sicher hat das Bild nicht jedem in der arabischen Welt gefallen, im Gegenteil dürfte es Islamisten, Panarabisten und andere Israelhasser zur Weißglut getrieben haben. Andererseits wurde es in den sozialen Medien im Irak auch oft zustimmend geteilt. Assad Abukhalik wiederum ist US-amerikanischer Staatsbürger, lebt dort seit 1983  und lehrt an amerikanischen Universitäten. Er betreibt den dezidiert antizionistischen Blog The Angry Arab und ist fester Bestandteil der amerikanischen linken Szene, für die er auch hauptsächlich schreibt und spricht. Und das keineswegs ganz unwidersprochen, wie etwa diese Kritik der libanesischen Medienplattform Now zeigt.

Wer sich etwas länger mit dem Angry Arab beschäftigt hat, weiß auch, dass Abukhalil es sich eigenen Angaben zufolge zur Aufgabe gemacht hat, den „Case against Israel“ zu machen – das heißt, einen Großteil seiner Zeit damit zu verbringen, im Internet und den Medien gezielt nach Quellen zu suchen, um sein Anliegen zu verbreiten. Und das heißt: „The total rejection of Israel.“ Abukhalil mag vieles sein, „die arabische Welt“ ist er ganz sicher nicht, auch wenn er Araber ist und über den Nahen Osten publiziert. Nur klänge der Satz: „Nicht allen Professoren in den USA gefiel dieses Bild“ lange nicht so eingängig und entspräche ja auch nicht den Erwartungen österreichischer Leserinnen und Leser, wie es in der arabischen Welt so zugeht.

Mit freundlichen Grüßen,
Thomas v. der Osten-Sacken
Gastautor

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