Die Lügen der Israel-Boykottbewegung – ein Beispiel

Von Florian Markl

In den USA sorgte unlängst ein Universitätsprofessor für Schlagzeilen. Eine Studentin hatte ihn um ein Empfehlungsschreiben für einen Studienaufenthalt im Ausland gebeten. Ein völlig alltäglicher Vorgang, müsste man annehmen – wenn es sich bei der für das Auslandssemester auserkorenen Universität nicht um eine in Israel gehandelt hätte und der Professor nicht ein Anhänger der israelfeindlichen Boykottbewegung BDS wäre. Sollte die Studentin Empfehlungen für andere Länder benötigen, wäre er gerne behilflich, aber er werde auf keinen Fall ein Studium in Israel unterstützen. Nachdem der Fall bekannt wurde, verteidigte Professor John Cheney-Lippold seine Weigerung u.a. mit dem Verweis darauf, dass die Säuglingssterblichkeitsrate unter arabischen Israelis drei Mal höher als unter jüdischen Israelis sei – Resultat von „Apartheid“, gegen die er mit seiner Beteiligung am Boykott des jüdischen Staats eintrete.

Wie so oft bei Beispielen, die von Israelfeinden zur Begründung ihrer diskriminierenden Aktivitäten vorgebracht werden, hat die Sache einen Haken: Der Professor und seine Stichwortgeber aus den Reihen der BDS-Bewegung haben recht mit der Behauptung, dass die Säuglingssterblichkeit unter israelischen Arabern größer ist als unter jüdischen Israelis, nur haben die Gründe dafür nichts mit einer angeblich von Israeli praktizierten Politik rassistischer Unterdrückung zu tun, wie in einem Artikel auf Ynet erläutert wird:

„Laut dem Gesundheitsministerium ist der Grund für den Unterschied die hohe Rate an erblich bedingten Defekten und Erbkrankheiten unter Babys in der arabischen Bevölkerung. Einer der Hauptgründe dafür sind Heiraten zwischen Cousins und Cousinen.

Eine weitere Ursache ist darin zu finden, dass arabische Eltern dazu tendieren, Schwangerschaften nicht abzubrechen, wenn Defekte oder Krankheiten bei den Föten diagnostiziert werden. Dazu kommt noch, dass arabische Frauen in aller Regel in sehr jungem Alter (…) Kinder bekommen und daher für Komplikationen anfälliger sind als jüdische Frauen.“

Anders gesagt: Die höhere Säuglingssterblichkeit unter arabischen Israelis ist die Folge spezifischer Verhaltensweisen, die in dieser Bevölkerungsgruppe oft praktiziert werden. Und wie der Artikel weiter ausführt, unternimmt das israelische Gesundheitsministerium konkrete Maßnahmen, um diesen Problemen entgegenzuwirken.

Doch wie der Blog Elder of Ziyon ausführt, ist selbst das nur ein Teil der Geschichte. Denn während Professor Cheney-Lippold und andere Israelhasser den jüdischen Staat als rassistisch an den Pranger stellen und für den Tod arabischer Babys verantwortlich machen, hat ebendieser Staat dafür gesorgt, dass in den 1967 unter seine Kontrolle gekommenen Gebieten des Gazastreifens und des Westjordanlandes die Säuglingssterblichkeitsrate unter der arabischen Bevölkerung dramatisch zurückgegangen ist. 1967, im Jahr des Sechstagekriegs, betrug sie in diesen Gebieten zwischen 152 und 162 pro 1000 Geburten. In den folgenden rund zwanzig Jahren sank sie auf 53 bis 56 pro 1000 Geburten, 1993 lag sie bei 30 pro 1000 Geburten, und 2002 bei rund 25 pro 1000.

Professor Cheney-Lippold und die Israel-Boykottbewegung werden sich von all dem kaum beeindrucken lassen. Nicht die Betrachtung der Wirklichkeit führt sie zur ständigen Diffamierung des jüdischen Staates, sondern sie biegen sich die Realität so zurecht, dass sie den tiefsitzenden Hass zu untermauern scheint. Für alle anderen sei das Beispiel aber eine Warnung zur Vorsicht, den antiisraelischen Propagandalügen selbst dann keinen Glauben zu schenken, wenn sie im Gewande angeblich bloßer Fakten und Zahlen daherkommen.

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