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Die Voraussetzung für Frieden ist der Verlust der Hoffnung auf den Sieg

Betrachtet Gründung Israels als Erbsünde: Ex-Amnesty-Mitarbeiterin Hind Khoudary
Betrachtet Gründung Israels als Erbsünde: Ex-Amnesty-Mitarbeiterin Hind Khoudary (Quelle: Screenshot Jung & Naiv: Episode 396 / Youtube)

Solange die Palästinenser an das Ende Israels glauben, kann es keine Zwei-Staaten-Lösung geben.

In Europa hat sich die Überzeugung durchgesetzt, dass die israelischen Siedlungen das größte Hindernis für eine friedliche Koexistenz eines jüdischen und eines palästinensischen Staates seien.

Doch im Gaza Streifen lebt kein einziger Jude. Der letzte Israeli verließ am Morgen des 12. September 2005 den Gazastreifen. Zuvor hatte das israelische Militär 21 Siedlungen geschleift und 8.000 Juden, teilweise gewaltsam, abgesiedelt. Zurückgelassen wurden eine intakte Infrastruktur und modern bewässerte Gewächshäuser – „zionistisches Teufelszeug“, das von den neuen Machthabern umgehend zerstört wurde.

Die Leidtragenden der mörderischen Hamas-Diktatur sind nicht nur die Einwohner im Süden Israels, die unter Raketenbeschuss, Brandanschlägen und Überfällen leiden, sondern auch die Menschen in Gaza selbst. Und so finden sich selbst im finstersten Eck der Hölle immer wieder Menschen, die für Frieden und Verständigung mit Israel eintreten.

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Rami Aman zum Beispiel, der vor kurzem von der Hamas verhaftet worden ist, weil er einen Video-Chat mit Israelis geführt hat. Mit verantwortlich für seine Verhaftung war die ehemalige Amnesty International Mitarbeiterin Hind Khoudary, die drei Hamas-Funktionäre auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht hatte. Wir haben darüber berichtet.

Nun hat sich Khoudary auf der Website The Electronic Intifada zu Wort gemeldet, einem in Chicago ansässigen Zentralorgan der BDS-Bewegung, das regelmäßig antisemitische Propaganda verbreitet. In ihrem Artikel beschreibt sie ihren Standpunkt in entwaffnender Offenheit:

„Das Zoom-Treffen brachte Palästinenser in Gaza mit Israelis zusammen. Erklärtes Ziel war es, die Ausbreitung des Coronavirus in Gaza zu diskutieren. Ich habe zugehört; das Treffen stand jedem offen, der den Facebook-Post sah. Ich hörte Aman sagen, wie: „Wir Palästinenser die Israelis lieben“. Wie: „Die Mehrheit ist wie ich, sie will Frieden“. Ich hörte ihn sagen, wie schwierig es in Gaza sei, aber wie er dennoch hoffe, eine „neue Generation“ zu schaffen. Es war mir klar, dass diejenigen, die zuhörten, Aman als die Stimme von zwei Millionen Menschen in Gaza ansahen.

Wer zum Teufel ist Aman, um für jemand anderen zu sprechen? (…). Als ich diesem Treffen zuhörte, wurde ich so wütend, dass ich anfing zu zittern. Das war Normalisierung, schlicht und einfach. Für mich gibt es keine größere Sünde.

Die eigentliche Ursache des palästinensischen Elends ist die Gründung des Staates Israel, eine Erbsünde, die dazu führte, dass der größte Teil der einheimischen Bevölkerung des Landes aus ihren Häusern vertrieben und zu enteigneten, mittellosen Flüchtlingen wurde, wenn sie nicht einfach ermordet wurden. Der Rest endete unter dem Militärrecht als Bürger zweiter Klasse des neuen Staates. (…) Es war Diebstahl, groß angelegt und vollständig. Hinzu kam 1967 die Besetzung des restlichen historischen Palästinas.

Die Normalisierung zielt darauf ab, die Beziehungen zu den Israelis zu vertiefen, ohne sie für die – historischen und aktuell anhaltenden – Verbrechen gegen das palästinensische Volk zur Rechenschaft zu ziehen. Wie können Sie so leicht mit den Menschen sprechen, die Ihnen Ihr Land gestohlen, Ihr Volk seines Besitzes und seines Zugehörigkeitsgefühls beraubt, Zehntausende getötet und Ihrem Leben Hunderte von Einschränkungen auferlegt haben? (…)

Ich glaube, dass die schlimmste Sünde, die jeder Palästinenser begehen kann, die Normalisierung ist. (…) Aber ich habe auch viel Unterstützung von Palästinensern, einfachen Leuten, Journalisten und politischen Aktivisten erhalten. Und für diejenigen, die fragen, wie Resolution und Frieden jemals ohne „Dialog“ erreicht werden können, ist die Antwort einfach: Frieden beginnt, wenn die Besatzung endet.“

Ich zitiere Khoudarys Text, der für sich selbst spricht und keiner Kommentierung bedarf, aus zwei Gründen so ausführlich. Erstens macht sie in seltener Direktheit klar, dass viele Palästinenser mit „israelischer Besatzung“ nicht die Siedlungen meinen, sondern den gesamten Staat Israel. Und zweitens hat sie in einem Punkt Recht: Wer garantiert denn eigentlich, dass Aman für zwei Millionen Menschen spricht und nicht Khoudary?

In der Nacht zum 7. Mai 1945 unterzeichnete die Deutsche Wehrmacht ihre bedingungslose Kapitulation. Das Datum bezeichnet den Beginn der Rückkehr Deutschlands in die Zivilisation. Der Verlust der Hoffnung auf den Sieg war die Voraussetzung für Wohlstand und Freiheit. Solange die Palästinenser an ihren Sieg glauben, wird es für sie keines von beidem geben.

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