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Kritik an einer Religion ist nicht rassistisch

sama_maani„Diese ‚volle Identifizierung‘ von real existierenden Individuen mit der imaginären Kategorie Islam (imaginär, weil es sich hier um Glaubensvorstellungen handelt) ist unabdingbare Voraussetzung des neuen Rassismus. Voraussetzung für die Kritik dieses Rassismus wäre daher die Kritik dieser Voraussetzung.

Der sich selbst als ‚antirassistisch‘ missverstehende Diskurs des linken und liberalen Mainstreams kann diese Kritik aber schon deshalb nicht leisten, weil er mit den Hetzern von FPÖ, AfD und Co die Grundvoraussetzung ihres Diskurses teilt – ebenjene Ideologie der ‚vollen Identität‘ (Isolde Charim) zwischen Individuen aus bestimmten Ländern und dem Islam, was sich deutlich an Kampfbegriffen wie ‚Islamophobie‘ ablesen lässt: Wer nicht müde wird, die Angst vor dem Islam beziehungsweise die Feindschaft gegen den Islam als ‚rassistisch‘ zu bezeichnen, für den existiert ein unauflöslicher Zusammenhang zwischen der imaginären Kategorie ‚Rasse‘ und – einem Glaubensbekenntnis.‘

‚Rassistisch‘ wäre ‚Islamophobie‘ dann (und nur dann), wenn wir den Islam zur unauflöslichen, ‚rassischen‘ Eigenschaft von Türken, Arabern oder Iranern erklärten – eine ihrerseits zutiefst rassistische Position. Denn: Rassistisch ist selbstverständlich nicht die Angst vor einem – oder die Ablehnung eines – Glaubensbekenntnis(ses), sondern einzig die falsche – und fixe – Verknüpfung von Herkunft und Religion.“ (Sama Maani: „Warum wir Linken über den Islam nicht reden können“)

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