Top-Friedensverhandler der PLO betrachtet die Ermordung von Juden als „Recht der Palästinenser“

„Die Kinder sehen es im Fernsehen. Im offiziellen PLO-TV. Kinder, die im Kinderfernsehen Gedichte aufsagen, in denen es darum geht, Juden abzustechen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Mit Küchenmessern, Scheren, egal, was immer man gerade findet. Juden als Abkömmlinge von Affen und Schweinen. Genau so sagen sie es im offiziellen PLO-TV.“ So begann ein Bericht von Christian Hauenstein in der gestrigen Kronen Zeitung über die seit Monaten andauernde palästinensische Terrorwelle gegen israelische Juden. Er stellte eine Ausnahme dar: Obwohl die täglichen Attacken nicht abreißen, ist darüber in österreichischen Medien kaum mehr etwas in Erfahrung zu bringen. Palästinenser, die Juden umzubringen versuchen, haben hierzulande keinen Nachrichtenwert; die Verantwortung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) für die Gewalt wird nur selten thematisiert.


Neue Eskalationsstufe

Deshalb wurde auch nirgends darüber berichtet, dass eines der palästinensischen Attentate am vergangenen Donnerstag von einem Fatah-Mitglied und Mitarbeiter des palästinensischen Geheimdienstes verübt wurde. Der 36-jährige Mazen Aribe aus dem Jerusalemer Vorort Abu Dis eröffnete an einem Kontrollpunkt das Feuer auf israelische Soldaten. Ein Soldat und eine Zivilperson wurden verletzt, der Attentäter wurde erschossen. Der Anschlag markierte eine neue Eskalationsstufe in der aktuellen Gewaltwelle. Nicht nur, weil er von einem Mitglied des offiziellen palästinensischen Sicherheitsapparates begangen wurde, sondern vor allem durch die Art und Weise, wie die PA auf ihn reagierte.

Anstatt die Attacke in klaren Worten zu verurteilen und sich von der Gewalt zu distanzieren, stattete eine prominent besetzte PA-Delegation der Familie des Attentäters einen Kondolenzbesuch ab. Neben dem Gouverneur von Jericho und einigen lokalen Fatah-Funktionären war auch niemand geringerer als Saeb Erekat mit von der Partie – seines Zeichens Spitzenberater des PLO-Chefs und PA-Vorsitzenden Mahmud Abbas sowie oberster Verantwortlicher für Friedensverhandlungen mit Israel. Einer palästinensischen Nachrichtenagentur zufolge betonte Erekat während des Besuches das „Recht der Palästinenser, Widerstand gegen Israel zu leisten, bis sie ihren eigenen Staat mit Jerusalem als ihrer Hauptstadt erlangt haben.“ Avi Issacharoff von der Times of Israel streicht die Bedeutung des Besuchs hervor: „The implicit message was that the PA and PLO support such actions.“

Kerry - Erekat
John Kerry und Saeb Erekat. Quelle: RogDel/Wikicommons


Angewandte Doppelmoral

Derjenige, dessen Aufgabe es vermeintlich sein soll, mit Israel über einen Friedensschluss zu verhandeln, betrachtet das wahllose Ermorden von Juden also als ein „Recht der Palästinenser“. Außerhalb Israels ignoriert man derlei Aussagen, macht einseitig den jüdischen Staat für den fehlenden Frieden verantwortlich und beklagt, wie jüngst die schwedische Außenministerin Margot Wallström, „außergerichtliche Tötungen“ von palästinensischen Terroristen sowie die „Unverhältnismäßigkeit“, dass Israelis sich gegen palästinensische Angreifer so gut wie möglich zur Wehr setzen. Die Doppelmoral, die hier am Werke ist, brachte Jonathan S. Tobin auf den Punkt, indem er den Vergleich zu dem vermutlich islamistischen Terroranschlag von Kalifornien zieht:

„If any of those at the holiday party that the San Bernardino killers targeted had the ability to fire back at their attackers, would that have been considered disproportionate? At best, this is a reprehensible example of a false moral equivalence between terrorists and victims. At worst, it‘s yet another blood libel against the Jewish state whose premise is that, unlike other people, Jews don‘t have the right to try and stop people from killing them.“

Florian Markl (Mena Watch)

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