Mena-Exklusiv

Sieht Israel den Iran-Deal neuerdings positiv?

Iran-Nuclear-ProgramSehr geehrte Redaktion der Salzburger Nachrichten,

Sie zitieren in der heutigen Ausgabe der SN den israelischen Energieminister Yuval Steinitz, der sich über den Iran-Deal mit den Worten äußerte: „Es ist ein schlechtes Abkommen, doch es stellt eine Tatsache dar.“ Noch sei es zu früh, um beurteilen zu können, ob das Abkommen „ein Erfolg“ sei. Können Sie mir erklären, wie man diese doch recht klaren Aussagen mit Überschrift versehen kann: „Israel wertet nun Iran-Deal positiv“? Ebenso unverständlich ist, wie Helmut L. Müller in seinem Leitartikel zu dem Schluss kommt: „Sogar die Israelis können dem Atomdeal mit dem Iran etwas Positives abgewinnen.“ Tatsächlich hat Israels Premier Benjamin Netanjahu entsprechende Behauptungen von US-Präsident Obama zurückgewiesen, indem er sagte, dass „Israels Sicht des Iran-Deals unverändert geblieben ist“. Das israelische Verteidigungsministerium veröffentlichte gar eine Erklärung, in der der Iran-Deal mit dem berüchtigten Münchner Abkommen von 1938 verglichen wurde. Der Iran-Deal ist aus Sicht der israelischen Regierung eine Realität, mit der man sich arrangieren muss. Aus dieser pragmatischen Haltung eine Zustimmung zu dem umstrittenen Abkommen zu machen, überschreitet doch die Grenzen des angebrachten interpretativen Spielraums.

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Florian Markl
Mena Watch – der unabhängige Nahost-Thinktank

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