Das israelische „Regime“

Sehr geehrte Redaktion der Kleinen Zeitung,

würden Sie im Zusammenhang mit den Grünen in Österreich von einer „regimekritischen Partei“ sprechen? Vermutlich nicht, denn dem Duden-Fremdwörterbuch zufolge ist ein „Regimekritiker“ jemand, „der an dem [totalitären] Regime seines Landes aktiv Kritik übt.“ In einem demokratischen Land wie Österreich können Parteien, Medien oder NGOs somit als oppositionell bezeichnet werden, schwerlich aber als „regimekritisch“. Wieso schreibt dann aber Gil Yaron in seinem Artikel „Ein radikaler Widerspruch“ (Kleine Zeitung, 15. Jan. 2012) über israelische „regimekritische Medien“ und „regimekritische Nichtregierungsorganisationen“? Israels Regierung als „Regime“ zu bezeichnen und ihr damit zumindest totalitäre Tendenzen zu unterstellen, ist eine unangebrachte Verunglimpfung der einzigen Demokratie westlichen Musters im Nahen Osten.

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Florian Markl
Medienbeobachtungsstelle Naher Osten (MENA)


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