Ägypten: Kopftuch? Das ist doch so letztes Jahrhundert

kopftuch_aegypten„Wer in Kairo in bestimmten Restaurants essen oder in Clubs feiern will, sollte kein Kopftuch tragen. Das Kopftuch entwickelt sich in Teilen der muslimisch geprägten Gesellschaft zur Bürde. Als Nermine Hassan Sajed vor einigen Tagen mit einer Freundin in Kairos teurem Stadtteil Samelek essen gehen wollte, wurde sie abgewiesen. ‚Der Mann an der Tür sagte, das Restaurant sei voll‘, erzählt die Lehrerin. Es war offensichtlich, dass das nicht stimmte. Der Grund war ein anderer. Einer, der selbst im konservativen Ägypten in einigen sozialen Schichten ein zunehmendes Problem für Muslima wird: Sayed trägt ein Kopftuch. (…)

Das Restaurant in Samalek ist kein Einzelfall. In Ägyptens Hauptstadt Kairo hat sich in Kreisen der oberen Mittel- sowie Oberschicht eine Kultur entwickelt, in der sich Frauen, die Kopftuch – auch Hidschab genannt – tragen, benachteiligt und diskriminiert fühlen. ‚Ich wurde niemals in meinem ganzen Leben, in irgendeinem Land auf der Welt, für mein Kopftuch so verspottet wie in meinem eigenen Land‘, sagt Samar Sami. (…) 16 Jahre habe sie in Irland gelebt, niemals sei sie wegen ihres Kopftuches aus einem Pub geschmissen worden – auch wenn sie kein Alkohol getrunken habe, meint Sami. Heute dagegen, wo Frauen wie sie in vielen Bars, Clubs und auch Pools der Privilegierten in Ägypten unerwünscht sind, werde sie von Kollegen gefragt, warum sie immer noch einen Hidschab trage. Dies sei doch ‚so letztes Jahrhundert‘.“ (Bericht in der Frankfurter Rundschau: „Kopftuch verboten“)

 

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