Mena-Exklusiv

Die Wasserkrise in Kapstadt – mit stolzer Unterstützung von BDS

Von Howard Feldman

Kapstadt 2018 ist das, was passiert, wenn sich eine Stadt mehr Gedanken um Politik macht als um ihre Bürger. Kapstadt 2018 ist das, was passiert, wenn der Staat der Lokalregierung zeigen will, wer das Sagen hat. Kapstadt 2018 ist das, was passiert, wenn die Lokalregierung nicht ausreichend ausgestattet ist, um eine echte Krise zu bewältigen. Und Kapstadt 2018 ist das, was passiert, wenn die Kommunikation zusammenbricht – mit einem ohrenbetäubenden Lärm, sodass sich niemand mehr verständigen kann.

Kapstadt 2018 ist außerdem das, was passiert, wenn wichtige lebensrettende Lösungen wegen der Israelboykott-Bewegung „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“ (BDS) und wegen Antisemitismus verworfen werden. Kapstadt wird die erste Metropole sein, der das Wasser ausgeht. Die Stadt erlebt derzeit die schlimmste Dürre ihrer Geschichte. Die Bewohner werden gebeten, pro Tag nicht mehr als 50 Liter Wasser zu verwenden – es ist jedoch unwahrscheinlich, dass dies den „Tag Null“ verhindern wird: Den Tag, an dem kein Wasser mehr aus den Hähnen fließen wird. Es ist unvorstellbar, wie wir die Ereignisse bewältigen können, die auf diesen Tag folgen werden.

Wir alle haben diesen einen Freund. Meiner schickt mir oft WhatsApp-Nachrichten, in denen einfach nur „IHEDG!“ steht. Zuerst hatte ich keine Ahnung, was er damit meinte. Aber dann habe ich es verstanden – „Ich habe es doch gesagt“ (er war nur zu beschäftigt, um den ganzen Satz auszuschreiben). Es nervt und ist frustrierend und macht mich wütend. Vor allem dann, wenn er recht behält. Und manchmal ist es auch gar nicht verkehrt, es zu hören.

Man kann keine Genugtuung darüber empfinden, dass sich die Einwohner von Kapstadt einer humanitären Krise gegenübersehen, die man hätte verhindern können und sollen. Auch wenn wir es kommen sahen. Am 18. Februar 2016 verfasste ich einen Blogeintrag für die Times of Israel. Es war ein wütender Artikel als Reaktion auf den „Erfolg“ der BDS-Bewegung, die es geschafft hatte, die Wasserkonferenz von Mail & Guardian zum Scheitern zu bringen. Der Grund: Israel war Teil des Ausschusses. Und die Bewegung war begeistert darüber, die Konferenz abgesagt zu sehen. Für sie war es das Sahnehäubchen. Es stellte eine Goldmedaille in ihrem Medienkrieg gegen den jüdischen Staat dar und sie konnten es nicht erwarten, ihre guten Nachrichten allen mitzuteilen, die es hören wollten.

In meinem Artikel schrieb ich Folgendes: „Inmitten einer der schlimmsten Dürreperioden im Süden Afrikas seit Menschengedenken sollte unter der Leitung von Mail & Guardian Africa eine Wasserkonferenz abgehalten werden. Auf der Liste der Delegierten stand auch der israelische Botschafter in Südafrika, Arthur Lenk. Während seines Einsatzes in diesem Land bemühte sich Lenk, die Region wann immer es möglich war zu unterrichten und zu unterstützen. Aufgrund der Teilnahme Israels und der Eintrittsgebühr trat ein weiterer Abgeordneter, Prof. Lorenzo Fioramonti von der Universität Pretoria, von seiner Teilnahme zurück. Und obwohl die Konferenz nach diesem Rückzug weiterhin angesetzt war, wurde sie letzten Endes doch abgesagt. Natürlich wurde versprochen, einen neuen Termin dafür zu finden, aber die Wahrscheinlichkeit, alle Beteiligten an einem anderen Tag an einen Tisch zu bringen, ist sehr gering.

Radio Islam in Südafrika feierte die Ankündigung in einem Interview mit einem gewissen Prof. Patrick Bond, der sich sehr genau an das Handbuch der Hassenden hielt. Seiner Meinung nach könne jedes Kind das erreichen, was Israel in dieser Region bewirkt hat. Israel habe nur ‚Wasser-Apartheid‘ betrieben und palästinensisches Wasser gestohlen. Und das sei wohl kaum eine Leistung. Er sprach mit Autorität und spielte den Ball seinem Interviewpartner zu, dessen Interesse an der Notlage der einheimischen Afrikaner genauso groß war wie das des Professors. Seine Aussagen trieften vor Hass und der fadenscheinige Vorwand der akademischen Objektivität konnte seine Absichten nur schwer verbergen. Der Professor könnte eine Lehre daraus ziehen: wenn er den Israelis etwas Positives zugestanden hätte, wären seine übrigen Erfindungen glaubhafter gewesen. Natürlich erwähnte er die Mehrwasserentsalzung oder die Tatsache, dass israelische Städte rund 85 Prozent ihres Wassers wiederaufbereiten, mit keinem Wort. Er erwähnte auch keine der anderen Leistungen Israels, mit deren Hilfe die Ökologie des Landes verbessert werden konnte.

Die Tatsache, dass der Süden Afrikas derzeit eine der schlimmsten Dürren seit Menschengedenken erlebt und dass die Situation sehr ernst ist, hat für Israel-Hasser keine Bedeutung. Und für alle, die die Standardvorgehensweisen der BDS-Bewegung kennen, ist das keine Überraschung. Überraschend ist hingegen, mit welcher Wonne BDS die Absage einer Konferenz feiert, die nur den einen wichtigen Zweck hatte: die leidende afrikanische Bevölkerung zu unterstützen. Wenn das keine Botschaft ist, dann weiß ich auch nicht weiter.“

Der ehemalige israelische Botschafter in Südafrika Arthur Lenk, der derzeitige Botschafter Lior Keinan und Israels Wirtschaftsattachés in Südafrika haben sich wiederholt an die verantwortlichen Stellen gewandt und ihre Unterstützung in Bezug auf die Wasserkrise in Kapstadt angeboten. Obwohl ihre Bemühungen nicht offiziell zurückgewiesen wurden, konnte sich niemand von ihnen in irgendeiner Weise einbringen. Lord Peter Hain, der in Südafrika für seinen Kampf gegen Korruption bekannt ist, äußerte sich vor Kurzem folgendermassen auf Twitter: „Die besten Entsalzungsanlagen stammen aus Israel und meiner Meinung nach sollten sie ungeachtet der Regierungspolitik eingesetzt werden; hier geht es darum, dass Kapstadt entweder verwelkt oder weiterhin die schönste Stadt der Welt bleibt.“

Die Einwohner von Kapstadt haben etwas Besseres verdient. Sie stehen vor einem möglichen vollständigen Zusammenbruch ihrer Wirtschaft, ihrer Infrastruktur und ihres Alltags. Sie haben es nicht verdient, dass ihnen eine Gruppe von BDS-Unterstützern, die schwache Politiker eingeschüchtert und gefügig gemacht haben, Lösungen vorenthält.

Niemand will IHEDG sagen.

Howard Feldman ist Anwalt und Autor. Auf Englisch zuerst erschienen bei The Times of Israel.

Schreiben Sie einen Kommentar


Schreiben Sie einen Kommentar

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.


Login