Iranischer Judokämpfer gratuliert israelischem Weltmeister

 

Saeid Mollaei (Quelle: Tasnim News Agency, CC BY 4.0)

„Ein iranischer Judo-Star, der aus seiner Heimat geflohen ist, nachdem er Teheran kritisiert hatte, weil der Staat ihn unter Druck gesetzt hatte, seinen Kampf zu verlieren, um nicht gegen einen israelischen Gegner antreten zu müssen, hat dem Israeli zum Gewinn seiner Goldmedaille gratuliert. Der außergewöhnliche Social-Media-Austausch zwischen dem iranischen und dem israelischen Athleten fand statt, nachdem Saeid Mollaei, der bisher amtierende Weltmeister der Klasse unter 81 Kilogramm, nach der Weltmeisterschaft in Tokio in der vergangenen Woche nach Berlin geflohen war, in der Hoffnung sich so einen Platz bei den Olympischen Spielen 2020 zu sichern. Er sagte am Sonntag, dass er Angst habe, nach Hause zurückzukehren, nachdem er den Druck seiner Regierung, absichtlich im Halbfinale zu verlieren, um einen möglichen Kampf gegen den Israeli Sagi Muki zu vermeiden, aufgedeckt und kritisiert hatte.

‚Gratulation Champion‘, antwortete Mollaei auf einen Instagram-Beitrag von Muki, der im Turnier die Goldmedaille gewann und damit Israels erster männlicher Judo-Weltmeister wurde. Mollaei fügte Emojis einer Goldmedaille und eines Meisterschaftspokals hinzu. ‚Danke‘, antwortete Muki, ‚Du bist eine Inspiration als Mensch und als Athlet.‘ (…)

Die International Judo Federation (IJF) sagte, Mollaei sei vom stellvertretenden iranischen Sportminister Davar Zani unter Druck gesetzt worden, zu verlieren. Berichten zufolge wurde Mollaei vom Präsidenten des iranischen Olympischen Komitees, Reza Salehi Amiri, unter Druck gesetzt, aus dem Turnier auszuscheiden. Er teilte ihm wenige Minuten vor seinem Halbfinalkampf mit, dass iranische Sicherheitskräfte im Haus seiner Eltern in Teheran seien. (…)

‚Wegen der Gesetze in meinem Land… war ich dazu verpflichtet, nicht gegen meinen israelischen Gegner zu kämpfen‘, sagte Mollaei dem IJF in einem auf seiner Website veröffentlichten Interview. ‚Sie sagten: Dies ist das Gesetz und diejenigen, die sich nicht daran halten, werden mit Sicherheit Probleme bekommen.‘ (…) Im Kampf um die Bronzemedaille verlor Mollaei erneut und stand deshalb nicht mit Muki auf dem Podium, als die israelische Nationalhymne gespielt wurde: ‚Ich habe nur 10% gegeben, um mich an das Gesetz zu halten‘, sagte Mollaei und fügte hinzu: ‚Ich möchte an Wettbewerben teilnehmen, wo immer ich kann. Ich lebe in einem Land, dessen Gesetz es mir nicht erlauben. Wir haben keine andere Wahl, alle Athleten müssen sich daran halten.’ (…)

Mollaei floh am Sonntag [vor einer Woche] nach Berlin, wo er Asyl beantrage. Später bestritt er diese Behauptung mit der Begründung, er habe bereits ein Visum für das Leben in Deutschland erhalten.“ (Bericht der Times of Israel: „Iran judoka congratulates Israeli champ he was forced to throw match to avoid“)

Quelle: Instagram

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