Iran praktiziert Sippenhaftung

 

Die Verhaftung des Bruders einer Anti-Kopftuch-Aktivistin fügt sich ein in eine etablierte Praxis des Geheimdienstes zur Unterdrückung jeglicher Opposition.

„Vor dem Hintergrund einer laufenden Kampagne, die darauf abzielt, Aktivisten aus dem Ausland zum Schweigen zu bringen, haben Agenten des iranischen Geheimdienstes den Bruder der bekannten US-amerikanischen Aktivistin Masih Alinejad festgenommen, wie sie auf Twitter bekannt gab.

Hadi Ghaemi, der Exekutivdirektor des Zentrums für Menschenrechte im Iran (CHRI), sagte: ‚Der systematische Angriff des Staates auf die Familien der Aktivisten offenbart die unmenschliche Taktik, jegliche Kritiker an den Verhältnissen zum Schweigen zu bringen.‘ ‚Die Verfolgung von Familienmitgliedern wird von der Mafia erwartet, nicht aber von einer gesetzestreuen Regierung.‘

‚Die iranischen Behörden sollten aufhören, die Grundrechte ihrer Bürger zu verletzen, indem sie Verwandte von Aktivisten und Journalisten inhaftieren und gefährden‘, fügte er hinzu. ‚Diese verabscheuungswürdige Praxis zeigt das Fehlen der Rechtsstaatlichkeit im Iran und die unkontrollierte Macht eines gesetzlosen Geheimdienstes.‘

Alinejad hat ihren Sitz in Brooklyn, New York und ist die Gründerin der Online-Kampagne ‚My Stealthy Freedom‘, die sich gegen die Hijab-Pflicht richtet. Ihr Bruder Ali Alinejad wurde am Abend des 24. September 2019 festgenommen und seiner Schwester zufolge mit Augenbinde und Handschellen abgeführt. (…) CHRI hat Dutzende von Fällen dokumentiert, in denen Familienangehörige von Aktivisten und Journalisten im Rahmen einer seit langem etablierten geheimdienstlichen Praxis zur Kontrolle iranischer Staatsbürger im Ausland schikaniert und inhaftiert wurden.“ (Center for Human Rights in Iran: „Iran Arrests Activist Masih Alinejad’s Brother Amid Crusade to Silence Citizens Based Abroad“)

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