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Ägypten renoviert die Synagoge von Alexandria

Ägypten renoviert die Synagoge von Alexandria„Die historische Synagoge von Alexandria bekommt selten Besucher. In einer Stadt, in der einst 25.000 Juden lebten, besteht die jüdische Gemeinde inzwischen nach allgemeinen Schätzungen aus weniger als acht Menschen, die meisten in fortgeschrittenem Alter. Die Synagoge wurde ursprünglich im Jahr 1354 errichtet. Die prächtige Fassade von Eliyahu Hanavi und das höhlenartige Innere begrüßten einst Tausende Betende. Dann kam der Exodus der ägyptischen Juden nach der Gründung des Staats Israel. Die Synagoge verfiel anschließend und ein Wasserschaden führte zum Einsturz einer Decke im ersten Stock. Nun hat die ägyptische Regierung sich im Rahmen eines Plans, 1,27 Milliarden ägyptische Pfund (ungefähr 50 Millionen Euro) für die Restaurierung von acht Denkmälern auszugeben, zur Renovierung des Gebäudes verpflichtet. Sie setzt damit ein seltenes Zeichen des Respekts für die religiösen Minderheiten des Landes und trifft die noch seltenere Entscheidung, zur Wahrung eines Teils der jüdischen Geschichte beizutragen.

Allerdings hat die Entscheidung angesichts der Größe der jüdischen Bevölkerung des Landes, die vermutlich weniger als 50 Menschen umfasst, und der Weigerung der Regierung, sich mit den ägyptischen Juden zu befassen, viele überrascht. (…) Ägypten hat keine gute Bilanz vorzuweisen, wenn es um den Schutz seiner religiösen Minderheiten und deren Gebetsstätten geht. Dies gilt vor allem für die größte religiöse Minderheit des Landes, die koptischen Christen, die ungefähr 10 Prozent der Bevölkerung ausmachen. (…) Doch ist die jüdische Vergangenheit Ägyptens durch geopolitische Faktoren stärker belastet als die der anderen Minderheiten. Die einst 80.000 Personen starke jüdische Gemeine begann zu schwinden, nachdem die Schaffung des Staats Israel 1948 zum Konflikt zwischen Ägypten und seinem neuen Nachbarn führte. Die jüdischen Bürger Ägyptens gerieten zunehmends unter Druck und einige wanderten ins Gefängnis. Ungefähr 25.000 Juden wurden 1956 offiziell ausgewiesen. Sie erhielten Dokumente für die Ausreise und wurden gezwungen, ihr Eigentum der Regierung zu übergeben. Es wird davon ausgegangen, dass es inzwischen weniger als 50 Juden in Ägypten gibt.“ (Ruth Micaelson: „‚A great project for all Egyptians: Egypt to repair synagogue in city of eight Jews“)

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