Mena-Exklusiv

Was dem ORF als „liberal“ gilt

Sehr geehrter Herr Wälter,

in Ihrem gestrigen ZIB24-Beitrag zu den Wahlen im Iran präsentierten Sie Hassan Rohani als einen Kandidaten, der antrete, um die „strengen Regeln der Mullahs […] weiter aufzubrechen.“ Als Beispiel dafür führten Sie an, dass „immerhin“ die „Anzahl der Hinrichtungen sinkt.“ Es mag zwar in absoluten Zahlen stimmen, dass im Jahr 2016 mit 567 Hinrichtungen die Anzahl der Exekutierten geringer war als im Jahr 2015, in dem etwa 1000 Todesstrafen vollzogen wurden. Allerdings war es genau die Amtszeit Rohanis, in der die Hinrichtungsrate den höchsten Stand seit dem Jahr 1989 erreichte. Und auch in den ersten beiden Monaten des Jahres 2017 wurden bereits mindestens 140 Personen staatlicherseits zu Tode gebracht: Eine Zahl, die ebenfalls nicht unbedingt dafür spricht, dass im Iran jene „liberale Gegenwart“ herrscht, von der Sie in Ihrem Bericht ausführten, dass Rohani für sie stehe.

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Alexander Gruber
Mena-Watch – Der unabhängige Nahost-Thinktank

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