IRANS AUSSENMINISTER DROHT

Dass das iranische Regime daheim gnadenlos gegen jede Form von Opposition vorgeht, ist ebenso wenig ein Geheimnis, wie dass seine Schergen iranische Oppositionelle auch im Ausland verfolgt und ermordet haben – so auch in Wien, wo im Juli 1989 der Vorsitzende der Demokratischen Partei Kurdistan-Iran, Abdul Rahman Ghassemlou, und zwei seiner Begleiter kaltblütig erschossen wurden. Vor diesem Hintergrund sollte für einiges Aufsehen sorgen, was Irans Außenminister sich jetzt in einem Interview mit der Wiener Zeitung geleistet hat: Er drohte unverhohlen österreichischen Aktivisten.

Ali Akbar Salehi war in den vergangenen Tagen in Wien, um an einer hier durchgeführten Konferenz der „Allianz der Zivilisationen“ der Vereinten Nationen teilzunehmen. Wie schon bei ähnlichen Anlässen in der Vergangenheit, protestierten auch dieses Mal Aktivisten der Gruppe „Stop the Bomb“ gegen den freundlichen Empfang, der Vertretern des islamischen Regimes hierzulande bereitet wird. In der Wiener Zeitung antwortete Salehi auf die Frage, was er von Gruppen halte, die für einen Boykott Teherans eintreten: „Sehen Sie, jede Gruppe hat das Recht, ihre eigenen Vorstellungen und Positionen zu haben. Was ich hier aber betonen möchte, ist, dass man bei seinen Entscheidungen immer Vorsicht und Weisheit walten lassen sollte. Sonst gerät man in Problemsituationen. … Mein Rat an diese Gruppen ist: Ihr mögt Eure Differenzen mit uns haben, Ihr mögt Eure Anschauungen haben, aber gleichzeitig raten wir Euch, etwas rationaler und vorsichtiger zu sein.“

Salehi „rät“ also österreichischen Kritikern, sie sollten „vorsichtiger“ sein, weil sie sonst in „Problemsituationen“ geraten könnten. Fragt sich nur: Wie wird das österreichische Außenministerium darauf reagieren, dass ein hochrangiger Vertreter eines Terrorregimes in aller Offenheit österreichische Bürger bedroht?


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