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Rot, Orange, Gelb, Grün: Israel führt Corona-Ampel ein

Der Beginn des Schuljahres stellt Israel in der Corona-Krise vor neue Herausforderungen
Der Beginn des Schuljahres stellt Israel in der Corona-Krise vor neue Herausforderungen (© Imago Images / ZUMA Wire)

Der Beginn des neuen Schuljahres und die bevorstehenden Feiertage stellen eine Herausforderung für die Regierung und das Corona-Komitee dar.

Ab 6. September soll ein neuer Corona Virus Plan in Israel in Kraft treten. Prof. Ronni Gamzu, CEO des Tel Aviv Sourasky Medical Centers und Corona Virus Project Manager, stellte den Plan vor, der am Sonntag vom Corona-Kabinett bewilligt wurde. Darüber hinaus wurden weitere neun Länder zur Liste jener Staaten hinzugefügt, in die Israelis ohne Selbstquarantäne reisen dürfen: Australien, Uruguay, Irland, Taiwan, Norwegen, Singapur, Portugal, Thailand und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Unterschiedliche Maßnahmen in den verschiedenen Zonen

Der so genannte Ampel-Plan basiert darauf, dass jede Region und jede der 250 Städte Israels mit einer Farbe versehen wird. So gibt es rote, orangene, gelbe oder grüne Zonen. Die Zuteilung zu einer dieser Zonen erfolgt durch mehrere Faktoren, wie zum Beispiel die Anzahl und der Corona-Fälle und deren Zu- oder Abnahme.

Auf der Homepage des Gesundheitsministeriums gibt es tägliche Updates. Am Sonntag zählten Städte wie Bnei Brak, Tira, Kafr Kassem, Umm el-Fahm, Daliat al-Carmel, Lakiya, Ma’aleh Iron, Yakir, Tifrah, Bukata und Yad Binyamin, zu den roten Zonen. Bei den genannten Städten handelt es sich hauptsächlich um arabische und ultra-orthodoxe Städte. Grund für die hohen Corona-Zahlen dort ist, dass sich die Bevölkerung nicht an die Regulierungen der Regierung hält. So werden unerlaubt Hochzeiten abgehalten und auf der Straße oder in Geschäften keine Masken getragen. Nun dürfen in diesen Zonen nur Treffen von maximal zehn Personen drinnen und 20 Personen draußen stattfinden.

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In grünen Zonen hingegen sind es 100 Menschen drinnen und 250 draußen. Mit Bewilligung der lokalen Autorität dürfen Veranstaltungen von bis zu 500 und in Sonderfällen auch mehr Personen abgehalten werden. Außerdem variieren in den verschiedenen Zonen die Maßnahmen betreffend Bildungssystem, öffentlichem Verkehr, Arbeitsplätzen, Museen und Einkaufszentren.

Derzeit wird noch diskutiert wie genau die Maßnahmen für die rote Zone aussehen werden. Fest steht jedoch, dass es sich dort viele Beschränkungen geben wird und gegebenenfalls sogar wieder Lockdowns eingeführt werden könnten. Obwohl sich das Kabinett am Sonntag dazu entschloss, die Schulen auch in den roten Zonen wieder zu öffnen, erklärte Gamzu nach dem Treffen, dass diese Entscheidung nicht endgültig sei und auch von der Entwicklung in der nahen Zukunft abhänge: „Der Beginn des Schuljahres wird in den betroffenen Städten, sowie in ihrer Umgebung, eine weitere Erhöhung der Corona-Fälle mit sich bringen“, so Corona Virus Project Manager.

Risikofaktor Feiertage

Ein weiterer Diskussionspunkt waren die kommenden Feiertage: September und Oktober sind mit Rosh Hashana, Yom Kippur und Sukkot die Monate mit den meisten Feiertagen in Israel. An Feiertagen ist der Verbreitungsgrad des Virus besonders hoch, weswegen die Regierung auch hier Vorsichtsmaßnahmen traf. So wurde zwar beschlossen, dass öffentliche, religiöse Dienste stattfinden dürfen, an diesen allerdings maximal 250 Menschen teilnehmen dürfen. Diese sollen in Gruppen von je 20 Personen aufgeteilt werden, wobei die einzelnen Gruppen Abstand zueinander bewahren müssen. Und auch uch innerhalb der einzelnen Gruppen muss ein Abstand von zwei Metern eingehalten werden.

Jährlich reisen an Rosh Hashana, dem jüdischen Neujahrsfest, etwa 30,000 Hassidim in die ukrainische Stadt Uman auf Pilgerreise. Das sowohl in Israel als auch in der Ukraine die Zahlen der Corona-Fälle äußerst hoch sind, sprach sich das Kabinett gegen die Pilgerreise aus und richtete sogar einen Brief an den ukrainischen Präsidenten, in dem es ihn aufforderte die Grenzen zu schließen. Präsident Volodymyr Zelensky verkündete daraufhin eine partielle Schließung der ukrainischen Grenze für die streng religiösen Hassidim.

Am Freitag strandeten viele von ihnen am Flughafen und wurden nicht in die Ukraine hineingelassen, auch wenn letztendlich bekanntgegeben wurde, dass einige dennoch die Pilgerreise antreten durften. Aufgrund dieser Vorfälle kam es dann auch in Israel zu starken Spannungen zwischen der Hassidim-Gemeinde und dem Corona-Komitee.

Die Fälle nehmen zu

Ob es in roten Zonen zu einer Schließung der Synagogen während der Feiertage kommt, wird voraussichtlich erst kurze Zeit vor Rosh Hashana am 10. September bekanntgegeben werden. Bis dahin sollen die neuen Entwicklungen beobachtet werden, wie sich etwa die partielle Öffnung des Flugverkehrs ohne darauffolgende Selbst-Isolation oder der Beginn des Schuljahres auf die Anzahl der Corona-Fälle auswirkt.

Am Samstag meldete das Gesundheitsamt 897 neugetestete Corona-Fälle. Über Nacht zum Sonntag kamen 429 weitere hinzu.

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