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Für antisemitischen Terror gelten andere Maßstäbe

Von Florian Markl

Am Sonntag veröffentlichte die Kleine Zeitung ihren Jahresrückblick „2015 kompakt“. Wie nicht anders zu erwarten war, nehmen darin die an etlichen Schauplätzen der Welt begangenen islamistischen Terroranschläge großen Raum ein. Die Auswahl der Attacken, die in den Jahresrückblick aufgenommen wurden, ist ein eindrücklicher Beleg für die unterschiedlichen Maßstäbe, die in der Berichterstattung über Terror nur allzu oft Verwendung finden. So war zwar vom Blutbad die Rede, das Islamisten im Jänner in den Redaktionsräumen des Satiremagazins Charlie Hebdo in Paris angerichtet haben. „Zwölf Menschen, darunter mehrere Zeichner, [wurden] getötet. Zwei Tage später stürmt die Polizei ein Versteck der Attentäter und tötet beide Männer.“ Dass ein weiterer Terrorist am Tag dazwischen einen jüdischen Supermarkt attackierte und dort vier Menschen tötete, das war im Jahresrückblick der Kleinen Zeitung dagegen nicht in Erfahrung zu bringen. Antisemitischer Terror ist eben kaum von Interesse: Wie um das noch deutlicher unter Beweis zu stellen, fehlte in weiterer Folge denn auch jeglicher Hinweis auf die seit drei Monaten andauernde Serie palästinensischer Terrorangriffe auf Juden, bei der schon über zwanzig Israelis ermordet wurden.

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