Mena-Exklusiv

Die „humanitäre Hilfe“ der Türkei: 30 Syrer an der Grenze erschossen

Von Florian Markl

„Die Türkei hat gezeigt, durch die Aufnahme von drei Millionen syrischen Flüchtlingen, dass sie nicht nur über humanitäre Hilfe spricht, sondern sie auch leistet“, sagt Angela Merkel in ihrem Video-Podcast. Einen Tag nachdem bekannt wurde, dass die Türkei syrische Akademiker an der Weiterreise nach Europa hindert und vor allem schlecht ausgebildete oder schwerkranke Syrer durchlässt. Wie sehr sich die Türkei der „humanitären Hilfe“ für syrische Flüchtlinge verschrieben hat, demonstrieren auch Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte: Allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2016 sollen türkische Sicherheitskräfte rund 30 Syrer erschossen haben, die über die Grenze fliehen wollten, darunter auch mehrere Frauen und drei Kinder – zusätzlich zu unzähligen anderen, die misshandelt werden, nachdem sie von der Grenzpolizei festgenommen wurden. Die Kritik an dieser Gewalt bleibt überschaubar: Genau das ist ja die Drecksarbeit, deren Auslagerung in die Türkei als Erfolg der europäischen Flüchtlingspolitik verkauft wird.

 

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