Iran: Sechs Jahre Haft für private Notizen

iran_evin_protest„Bei dieser Hausdurchsuchung fanden die Agenten auch das Notizbuch von Sadeghis Ehefrau Golrokh Iraee, das ihr zum Verhängnis wurde. Darin hatte sie eine Geschichte über eine Frau geschrieben, die einen Film über Steinigungen sieht, darüber wütend wird und einen Koran verbrennt. In der Kurzgeschichte hatte Iraee besonders die Steinigung als Strafe für Ehebruch von Frauen als unmenschlich kritisiert. Obwohl diese rein fiktive Geschichte nie veröffentlicht wurde, verurteilte das Mullah-Regime die junge Frau zu sechs Jahren Haft – bestraft für die Gedanken und Geschichten aus ihrem privaten Notizblock.

Am Tag ihrer Inhaftierung trat Arash Sadeghi nun in den Hungerstreik, um für ihre Unschuld zu protestieren. Seit dem 24. Oktober verweigert er die Nahrungsaufnahme. Amnesty International berichtete am 30. November, dass Arash Sadeghi ‚an Herzrasen und Atemprobleme leidet, sein Blutdruck wiederholt extrem abfällt, er Magen-, Darm und Nierenprobleme hat und er nicht mehr deutlich sprechen kann‘. (…)

Sein Fall bewegt die iranische Zivilbevölkerung: In einer Twitterkampagne engagierten sich Hunderttausende für ihn, das Hashtag #SaveArash schaffte es so auf Platz eins der weltweiten Twitter-Trends. Ein umso beeindruckenderer Erfolg wenn man bedenkt, dass Twitter im Iran vom Regime zensiert wird und von der iranischen Bevölkerung nur über technische Umwege genutzt werden kann. Vor dem Evin-Gefängnis versammelten sich Verwandte, Mitstreiter und Sympathisanten. Hunderte forderten friedlich die Freilassung von Arash Sadeghi und allen weiteren politischen Gefangenen. Mindestens zwei Menschen seien bei den Protesten am Montag festgenommen worden, berichteten Aktivisten bei Twitter.“ (Antje Schippmann: „Haftprotest für seine Ehefrau. Iraner seit über 70 Tagen im Hungerstreik“)

 

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