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Angekündigte PA-Bildungsreform entpuppt sich als leeres Versprechen

Bildungsreform versprochen: Unterricht in einer palästinensischen Schule
Bildungsreform versprochen: Unterricht in einer palästinensischen Schule (© Imago Images / NurPhoto)

Trotz internationaler Zusicherungen verherrlichen die Schulbücher der Palästinensischen Autonomiebehörde weiterhin Gewalt, leugnen Israels Existenz und unterscheiden sich kaum von der Hamas-Ideologie.

Danny Zaken

Im Büro des Vizepräsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde PA, Hussein al-Sheikh, in Ramallah werden aktuell ständig westliche Diplomaten und Staatsoberhäupter empfangen, während politische Schritte zur Beendigung des Krieges im Gazastreifen vorbereitet werden. Al-Sheikh, eine Art Kronprinz von Mahmoud Abbas, dem alternden und seit 2005 ununterbrochen regierenden Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, leitet die Bemühungen Ramallahs, den Gazastreifen unter PA-Kontrolle über zu bringen und darüber hinaus die Gründung eines palästinensischen Staates voranzutreiben.

Der Horizont für einen solchen Staat wurde in Präsident Donald Trumps 20-Punkte-Friedensplan festgelegt, der vom UN-Sicherheitsrat gebilligt wurde und gegen den Israel keine Einwände hatte, wobei es jedoch eine entscheidende Einschränkung gab: es kommt zu einer grundlegenden Reformen innerhalb der Palästinensischen Autonomiebehörde, im Zuge derer die bis heute fortgesetzten Zahlungen an Terroristen beendet und das Bildungssystem der PA überarbeitet wird.

Bereits die Osloer Verträge enthielten die Forderung, Frieden, Akzeptanz des anderen und Toleranz in das palästinensische Bildungssystem zu integrieren. Doch niemand, einschließlich aller bisherigen israelischen Regierungen, hat dafür gesorgt, dass dies auch umgesetzt wurde. Die Europäische Union, der Hauptfinanzier des PA-Bildungssystems, hat wiederholt die Forderungen Israels abgelehnt, ihre Finanzierung an die notwendigen Veränderungen zu knüpfen.

Die erforderlichen Veränderungen sind dramatisch, dann aktuell werden Palästinenser vom Kindergarten an einer Indoktrination unterzogen, die ihnen mit antisemitischen Motiven und direkter Aufstachelung zum Terrorismus den Hass gegen Israel, Zionisten und Juden einflößt. Alle paar Jahre kündigt die PA zwar unter internationalem Druck Veränderungen an, doch diese sind stets nur kosmetischer Natur.

Kaum Unterschiede zur Hamas

In seinen Gesprächen in Ramallah und bei Treffen in den Golfstaaten versuchte Al-Sheikh zu argumentieren, dass es im letzten Jahr auch in diesem Bereich eine Veränderung gegeben habe und dass Bildungsbeamte an einem neuen Programm arbeiten würden. Mitte Januar berichtete die Zeitung Israel Hayom über den Schritt Saudi-Arabiens, die Aufsicht über diese Reformen zu übernehmen, im Austausch für die Freigabe von Steuereinnahmen, die Israel zurückhält.

Israelische und internationale linke Gruppen wie J Street und Peace Now helfen der PA ebenfalls dabei, die Geschichte der Bildungsreform zu vermarkten, obwohl diese Lüge ein massives Hindernis für echten Frieden darstellt. Tatsächlich haben die Reformen nie stattgefunden, weswegen Al-Sheikh bei einem Besuchs in den Vereinigten Arabischen Emiraten dann auch Beispiele für die anhaltende Aufwiegelung in aktuellen Lehrbüchern vorgelegt und sein Antrag auf finanzielle Unterstützung für die PA abgelehnt wurde.

Im Jahr 2025 prüfte Abbas‹ Büro die Möglichkeit einer umfassenden Änderung des Bildungssystems und bat internationale Organisationen, die sich für solche Bemühungen engagieren, um Unterstützung und erhielt sogar Beispiele für Lehrbücher, die die PA verwenden könnte. Abbas forderte jedoch, dass die Änderungen in den bislang von der PA benutzten Büchern vorgenommen werden, die den Grundsätzen der Toleranz und dem Streben nach Frieden zuwiderlaufen, und die Initiative kam nicht voran.

Arnon Groiss, der seit einem Vierteljahrhundert die Haltung gegenüber Israel, Juden und Frieden in PA-Schulbüchern untersucht, stellte fest, dass selbst in den aktuellen, angeblich überarbeiteten Lehrbüchern die dort vertretenen Grundsätze nicht von denen der Terrororganisation Hamas zu unterscheiden sind. Der Mitarbeiter des Nahum-Bedein-Zentrums für Nahost-Politikforschung in Jerusalem führte aus, dass die Behandlung des Konflikts in diesen Lehrbüchern auf drei Kernprinzipien beruht:

  • Ablehnung der Existenz des Staates Israel auf dem Gebiet und Ablehnung der Anwesenheit seiner sieben Millionen jüdischen Bürger
  • extreme Dämonisierung Israels und der Juden, auch aus religiösen Gründen
  • und der Aufruf zum gewaltsamen Kampf für die vollständige »Befreiung«, der manchmal auf die Notwendigkeit ihrer Vernichtung hindeutet.

Der »Staat Palästina« wird sowohl in den Texten als auch auf den Karten als Souverän über das gesamte Territorium anstelle Israels dargestellt, und der Name Israel wird durch den Begriff »die zionistische Besatzung« ersetzt.

Darüber hinaus wird die jüdische Geschichte im Land und die Existenz der heiligen Stätten des Judentums, allen voran die Klagemauer, vollständig geleugnet. Die Dämonisierung der Juden erfolgt durch deren Darstellung als »Ungläubige, Helfer Satans und Feinde der Propheten Gottes«, die in der Vergangenheit Mohammed verraten hätten und aktuelle eine existenzielle Bedrohung für die Palästinenser darstellten. Den Juden wird außerdem vorgeworfen, dass sie aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen Massaker begingen, um die Palästinenser auszurotten.

Die vermittelten Bildungsideale sind Dschihad und Istishhad: Märtyrertum für die Nation und den Islam, um das Land zu »befreien«. So  wird in den palästinensischen Lehrbüchern bis heute der  Terrorismus – illustriert durch Beispiele wie der Anschlag auf einen Bus auf der Küstenstraße im Jahr 1978 – genauso als integraler Bestandteil des »Befreiungskampfes« dargestellt, wie die intendierte »Rückkehr der Flüchtlinge«.

Die Lehrbücher der Palästinischen Autonomiebehörde sind in allen Schulen im Westjordanland sowie im Gazastreifen, einschließlich der UNRWA-Schulen und Privatschulen, obligatorisch. Auch viele Schulen in Ostjerusalem verwenden diese Bücher.

Pilotprojekt für den Wandel

Ironischerweise könnte gerade das Bildungssystem im Gazastreifen als Pilotprojekt für den dringend notwendigen Wandel in der Erziehung und Ausbildung palästinensischer Kinder und Jugendlicher dienen und der institutionalisierten Aufwiegelung durch das palästinensische Bildungssystem ein Ende bereiten.

Seit Beginn des Waffenstillstands zwischen Israel und der Hamas im Oktober versuchen verschiedene Gremien, den Schulunterricht im Gazastreifen wieder aufzunehmen. Die meisten Schulen wurden während des Krieges zerstört, und internationale Organisationen richten provisorische Klassenzimmer ein. Da es keine funktionierende Regierungsbehörde gibt, basiert der Großteil des Materials nicht wie zuvor auf dem Lehrplan der Palästinensischen Autonomiebehörde mit seinem Hamas-Einschlag.

Im US-Hauptquartier in Kiryat Gat, das sich auf den »Tag danach« in Gaza vorbereitet, gibt es eine ganze Abteilung, die sich mit dem Wiederaufbau der Bildungsinfrastruktur, einschließlich künftiger Lehrpläne, befasst. Zwei Länder spielen bei diesen Vorbereitungen eine herausragende Rolle: die Vereinigten Arabischen Emirate und Marokko. Dabei werden innovative Lehrpläne vorbereitet, die die Hetze gegen Israel und Juden aus den Lehrplänen streichen, bevor eine Regierungsbehörde eingerichtet wird, die die Verantwortung von der Hamas übernehmen soll.

In der Zwischenzeit wurden in Gebieten, die von gegen die Hamas agierenden Clans kontrolliert werden, provisorische Schulen eingerichtet, die Lehrpläne, Lehrbücher und andere Materialien benötigen. Die bekannteste davon befindet sich im Gebiet des Al-Shabab-Clans im südlichen Gazastreifen, wo mehrere hundert Kinder in provisorischen Gebäuden nach einem fortschrittlichen Bildungsprogramm lernen, das von einer der in diesem Gebiet tätigen internationalen Organisationen durchgeführt wird. Das Programm wurde von Bildungsexperten aus der gesamten arabischen Welt verfasst und wird derzeit von weiteren Clans geprüft, die es übernehmen möchten.

Der Text erschien auf Englisch zuerst beim Jewish News Syndicate. (Übersetzung von Alexander Gruber.)

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