Ein Hamas-Führer nach dem anderen erklärt, dass die Terrororganisation nicht bereit ist, ihre Waffen abzugeben, wie es in Donald Trumps Friedensplan für den Gazastreifen vorgesehen wäre.
Die Hamas werde ihre Waffen nicht niederlegen, bis Israel ausgelöscht sei, schwor der hochrangige Vertreter der Terrororganisation Osama Hamdan am Mittwoch. »Wir haben gegenüber den Vermittlern und in unseren Botschaften an die relevanten Parteien sehr deutlich gemacht, dass die Frage der palästinensischen Waffen mit der Präsenz oder der Beseitigung der Besatzung zusammenhängt«, erklärte Hamdan in einem Interview mit Al Jazeera. »Bis heute lautet das nationale Motto der Palästinenser, dass die Besatzung beseitigt werden muss. Die Waffen sind nach internationalem Recht und aufgrund des Willens des palästinensischen Volkes legal, daher werden diese Waffen nicht niedergelegt, bis ihr Ziel erreicht ist.«
Die Charta der Hamas von 1998 fordert die Zerstörung des Staates Israel und verweist auf Teile des Korans, die Muslime dazu auffordern, Juden überall zu töten. Hamdan sagte diesbezüglich in Übereinstimmung mit dem Grundsatzpapier von 2017: »Wenn die Gründung eines palästinensischen Staates in Aussicht steht, ist es möglich, eine Art Vereinbarung über eine Hudna zu treffen«, also einen vorübergehenden Waffenstillstand, der nach islamischer Lehre dazu genutzt werden kann, um wieder aufzubauen, sich neu zu bewaffnen und sich auf künftige Feindseligkeiten vorzubereiten.
Während dieser Hudna »werden alle relevanten Parteien den Palästinensern ermöglichen, ihren unabhängigen Staat zu gründen. Dieser Staat wird seine Pflicht zur Verteidigung seines Volkes, seines Landes und seiner Rechte erfüllen dürfen. Dann, so glaube ich, werden die Palästinenser insgesamt über ein eigenes Militär, eigene Streitkräfte und eigene Sicherheitsbehörden verfügen«, sagte der Hamasführer. [Hamas-Führer haben wiederholt darauf hingewiesen, dass das Grundsatzpapier kein Ersatz für die Gründungscharta sei und diese nach wie vor Gültigkeit habe; Anm., Mena-Watch]
Senior Hamas Official Osama Hamdan: We Won’t Lay Our Weapons Down Until the Occupation Is Eliminated; We Might Agree to a Hudna While a Palestinian State Is Being Established – Then It Will Have Its Own Army pic.twitter.com/8ArhdDapuj
— MEMRI (@MEMRIReports) February 12, 2026
US-Präsident Donald Trump warnte am 21. Januar, dass die Terrororganisation »sehr schnell vernichtet« werde, wenn sie ihre Waffen nicht, wie im Rahmen des Friedensplans seiner Regierung für den Gazastreifen vorgesehen, niederlege. Nach seiner Rede vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos sagte der Präsident, die Hamas habe sich im Rahmen seines 20-Punkte-Plans »bereit erklärt, ihre Waffen abzugeben«. Phase zwei dieses Plans sieht vor, dass die Hamas ihre Waffen niederlegt und eine Internationale Stabilisierungstruppe in den Gazastreifen entsendet wird.
Hamdan sagte am Mittwoch gegenüber Al Jazeera, »das Letzte, was die Welt in Betracht ziehen sollte, ist die Entsendung von Truppen ist, um die Besatzung zu ersetzen und im Namen der Besatzung mit den Palästinensern zu kämpfen. Kein Palästinenser wird dies akzeptieren.« Seit der Verabschiedung von Trumps Plan für internationale Truppen durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sollten diese Länder »an den Grenzen stationiert werden und den Feind [Israel] daran hindern, seine Aggression gegen unser Volk fortzusetzen«, fügte er hinzu.
Mehrere hochrangige Hamasführer, darunter Khaled Mashal und Musa Abu Marzouk, haben zuvor schon wichtige Teile von Trumps Vorschlägen öffentlich zurückgewiesen. »Solange unser Volk unter Besatzung steht«, sagte Mashal am 8. Februar auf dem Al-Jazeera-Forum in Katar, »ist Entwaffnung ein Versuch, unsere Bevölkerung zu Opfern zu machen, ihre Auslöschung zu erleichtern und ihre Vernichtung zu ermöglichen.«
»Fragen zu den Waffen des Widerstands werden mit Nachdruck gestellt. Einige wollen dies in den Kontext stellen, dass diejenigen, die den 7. Oktober durchgeführt haben, in die Enge getrieben und zur Rechenschaft gezogen werden müssen«, sagte er in Bezug auf das Hamas-Massaker, bei dem 1.200 Menschen getötet wurden. »Als diejenigen, die sich am Widerstand beteiligt haben, dürfen wir das nicht akzeptieren«, erklärte er und sagte, dass »Widerstand das Recht besetzter Völker ist«.
Abu Marzouk sagte dem katarischen Sender am 28. Januar, dass die Hamas niemals einer Entwaffnung zugestimmt habe. »Wir haben zu keinem Zeitpunkt über die Abgabe von Waffen gesprochen«, erklärte er und behauptete, dass dieses Thema in den Gesprächen nie zur Sprache gekommen sei. »Nach einer Schlacht dieser Größenordnung, mit einer solchen Standhaftigkeit und angesichts der Unfähigkeit Israels, Amerikas und des Westens, die Waffen der Hamas zu konfiszieren oder zu zerstören, glaubten sie wirklich, sie könnten dies durch Verhandlungen erreichen?«






