Darüber hinaus behauptet Musa Abu Marzouk, die Hamas habe ein Vetorecht gegenüber den Mitgliedern des von den USA unterstützten Nationalkomitees für die Verwaltung des Gazastreifens.
Der hochrangige Hamas-Vertreter Musa Abu Marzouk erklärte am Mittwoch gegenüber Al Jazeera, dass seine Terrororganisation niemals einer Entwaffnung als Teil des Waffenstillstandsabkommens von US-Präsident Donald Trump für den Gazastreifen zugestimmt habe. »Wir haben keinen einzigen Moment lang über die Übergabe der Waffen oder irgendeine Formel zur Vernichtung, Übergabe oder Entwaffnung gesprochen«, behauptete Abu Marzouk in einem Interview mit dem staatlichen Fernsehsender Katars. Ihm zufolge haben bewaffnete Hamas-Kämpfer bereits damit begonnen, in Teilen des Gazastreifens, aus denen sich das israelische Militär zurückgezogen hat, »die Ordnung wiederherzustellen«.
Die Vereinigten Staaten, die Vereinten Nationen und Israel »wollen internationale Friedenstruppen, aber diese Truppen sagen, es sei nicht ihre Aufgabe, palästinensische Gruppierungen im Gazastreifen zu entwaffnen«, fuhr Abu Marzouk fort. Eine Forderung nach Entwaffnung sei in den Gesprächen nie vorgelegt worden, sagte der Hamas-Vertreter, »denn nach einer Schlacht dieser Größenordnung, mit einer solchen Standhaftigkeit und angesichts der Unfähigkeit Israels, Amerikas und des Westens, die Waffen der Hamas zu konfiszieren oder zu zerstören, glaubten sie wirklich, sie könnten dies durch Verhandlungen erreichen?«
Auf die Frage nach der Verpflichtung, die Kontrolle über den Gazastreifen an das von den USA unterstützte Nationale Komitee für die Verwaltung des Gazastreifens (NCAG) abzugeben, das Washington als technokratisches Übergangsgremium bezeichnet hat, aus dem die Terrororganisation ausgeschlossen sein soll, sagte Abu Marzouk, dass »niemand ohne Absprache mit der Hamas nach Gaza einreisen kann. Wenn die Hamas dem Verwaltungskomitee nicht zustimmt, kann es nicht in den Gazastreifen einreisen«.
Der Hamas-Führer behauptete auch, dass seine Organisation ein Vetorecht gegenüber den NCAG-Mitgliedern habe. »Wir hatten keine Einwände gegen die Einreise der Personen, mit Ausnahme von zweien. Über die Vermittler – insbesondere den ägyptischen Vermittler, unsere Brüder in Ägypten – haben wir dies klar zum Ausdruck gebracht. Eine Person wurde aus dem Komitee entfernt, die andere wurde an der Einreise gehindert und wird ersetzt werden.«
Zentrale Herausforderung
Das US-Außenministerium teilte Jewish News Syndicate am Mittwoch mit, dass die Entmilitarisierung der Hamas nach wie vor eine zentrale Herausforderung für die Umsetzung seines Friedensplans darstelle. Die US-Erklärung erfolgte als Reaktion auf einen Reuters-Bericht, wonach die Hamas versucht, etwa 10.000 ihrer Terroristen in die NCAG zu integrieren. Dieser Bericht, der sich auf vier mit der Angelegenheit vertraute Quellen beruft, hielt fest, dass Hamas-Aktivisten bereits wieder in Gaza patrouillieren und die Terrororganisation versucht, ihre Herrschaft in den noch unter ihrer Kontrolle stehenden Gebieten wiederherzustellen.
»Die Hamas muss sich entmilitarisieren, wie sie es bei der Annahme des 20-Punkte-Plans zugesagt hat«, so ein Sprecher des US-Außenministeriums, der bestätigte, dass »Gespräche über das weitere Vorgehen« im Gange seien. »Die Entmilitarisierung der Hamas bleibt eine zentrale Herausforderung – eine, die wir hoffentlich bewältigen können. Entmilitarisierung bedeutet, dass die Hamas keine Bedrohung mehr für Israel oder die Bevölkerung des Gazastreifens darstellen kann.«
Trump warnte am 21. Januar, dass die Hamas »sehr schnell vernichtet werden wird«, wenn sie sich nicht im Rahmen der zweiten Phase des Friedensplans Washingtons entwaffnet. Nnach seiner Rede vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos sagte der Präsident, die Hamas habe sich im Rahmen seiner 20-Punkte-Initiative für den Gazastreifen »bereit erklärt, ihre Waffen abzugeben«.
Nicht nur Marzouk, sondern auch Hamas-Führer Khaled Mashaal hat zuvor jedoch schon öffentlich die Forderungen nach einer Entwaffnung seiner Gruppe zurückgewiesen und am 6. Dezember erklärt, dass »der Schutz des Widerstandsprojekts und seiner Waffen Teil des Rechts unseres Volkes auf Selbstverteidigung darstellt. Der Widerstand und seine Waffen sind die Ehre und der Stolz der Ummah [islamische Nation]. Tausend Erklärungen sind nicht so viel wert wie ein einziges Projektil«, sagte Mashal auf einem Anti-Israel-Gipfel in Istanbul.






