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Hamas lehnt erneut US-Forderung nach Entwaffnung ab

Hamas-Führer Khaled Mashal auf dem Al-Jazeera-Forum im katarischen Doha
Hamas-Führer Khaled Mashal auf dem Al-Jazeera-Forum im katarischen Doha (© Imago Images / Anadolu Agency)

Die Diskussion über die Entwaffnung seiner Organisation sei ein Versuch, die Palästinenser zum Opfer eines Völkermordes zu machen, sagte Hamas-Führer Khaled Mashal in Doha.

Der hochrangige Hamas-Führer Khaled Mashal bekräftigte am vergangenen Sonntag erneut die Ablehnung der Terrororganisation gegenüber der Forderung von US-Präsident Donald Trump, ihre Waffen niederzulegen, und schwor, »unseren Feind Israel zu besiegen, so Gott will«. Auf dem 17. Al Jazeera Forum in der katarischen Hauptstadt Doha meinte er, die Hamas werde sich nicht entwaffnen lassen, auch wenn die aktuellen Phase zwei von Trumps Friedensplan, dies ebenso vorsieht wie den Einsatz einer Internationalen Stabilisierungstruppe im Gazastreifen.

»Solange unser Volk unter Besatzung steht«, sagte er den Forumsteilnehmern, »ist jede Diskussion über Entwaffnung ein Versuch, unser Volk zum Opfer zu machen, seine Auslöschung zu erleichtern und die Vernichtung durch die israelische Seite zu begünstigen, die mit allen internationalen Mitteln der Kriegsführung ausgerüstet ist. Fragen zu den Waffen des Widerstands werden mit Nachdruck gestellt. Einige wollen dies in den Kontext stellen, dass diejenigen, die den 7. Oktober 2023 durchgeführt haben, in die Enge getrieben und zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Als diejenigen, die am Widerstand teilgenommen haben, dürfen wir dies nicht akzeptieren«, erklärte er und sagte, dass »Widerstand das Recht der besetzten Völker« sei.

Mashal lobte die Terroranschläge vom 7. Oktober 2023 auf Israel, bei denen rund 1.200 Menschen ermordet, Tausende verletzt und 251 als Geiseln genommen wurden. Das Massaker habe »die palästinensische Sache wieder in den Vordergrund der regionalen und internationalen Aufmerksamkeit gerückt und es ist nicht mehr möglich, sie zu umgehen; ihre Lösung ist zu einer Notwendigkeit geworden«. Mashal schwor erneut, Israel zu besiegen, da der jüdische Staat »eine existenzielle Bedrohung und Gefahr für uns und die Region« darstelle.

Auf die Frage nach dem von den USA unterstützten Nationalkomitee für die Verwaltung des Gazastreifens, einem palästinensischen Übergangsgremium, das die Hamas ausschließen soll, betonte er die Ablehnung jeder »ausländischen Herrschaft« über den Gazastreifen: »Wir akzeptieren weder die Logik der Vormundschaft noch ausländische Interventionen oder die Wiedereinführung eines neuen Mandats.«

Dafür lobte der Hamas-Anführer Doha für seine Unterstützung der palästinensischen Sache und sagte: »Katar ist ein kleines Land, aber seine Rolle ist groß und wird respektiert.« Doha »sympathisiert und vertritt eine ehrenhafte Haltung in dieser Frage, aber Israel ärgert sich darüber. Sie haben eine Kampagne gegen diese Position geführt.«

Terror-Forum

Das israelische Außenministerium kritisierte das Al Jazeera Forum in der vergangenen Woche scharf und bezeichnete es als »Versammlung von Dschihadisten und ihren Unterstützern«. Der amerikanische Präsident Donald Trump warnte am 21. Januar, die Terroristen der Hamas würden »sehr schnell vernichtet« werden, sollten sie ihre Waffen im Rahmen der zweiten Phase des US-Friedensplans nicht niederlegen. Nach seiner Rede vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos sagte er, die Hamas habe sich im Rahmen seines 20-Punkte-Plans »bereit erklärt, ihre Waffen aufzugeben«.

Khaled Mashal hatte die Forderungen nach einer Entwaffnung wiederholt zurückgewiesen, unter anderem am 6. Dezember auf einem Anti-Israel-Gipfel in Istanbul, als er erklärte, dass »der Schutz des Widerstandsprojekts und seiner Waffen das Recht unseres Volkes auf Selbstverteidigung ist. Der Widerstand und seine Waffen sind die Ehre und der Stolz der Umma [islamische Nation].«

Auch Musa Abu Marzouk, ebenfalls ein hochrangiger Hamas-Führer, erklärte am 28. Januar gegenüber Al Jazeera, die Terrororganisation hätte niemals einer Entwaffnung zugestimmt: »Wir haben zu keinem Zeitpunkt über die Abgabe von Waffen gesprochen«, dieses Thema sei »nie zur Sprache gekommen. Nach einer Schlacht dieser Größenordnung, mit einer solchen Standhaftigkeit und angesichts der Unfähigkeit Israels, Amerikas und des Westens, die Waffen der Hamas zu konfiszieren oder zu zerstören, glaubten sie wirklich, sie könnten dies durch Verhandlungen erreichen?«, fragte Marzouk damals rhetorisch.

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