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Wie Katar die Hisbollah mit Geld und Waffen unterstützt

Erneut sieht sich Katar mit Vorwürfen konfrontiert, den internationalen Terror zu finanzieren
Erneut sieht sich Katar mit Vorwürfen konfrontiert, den internationalen Terror zu finanzieren (© Imago Images / Arabian Eye)

Das Dossier eines ehemaligen westlichen Geheimdienstmitarbeiters, der mehr als 16 Jahre lang den Terror im Nahen Osten untersucht hat, legt dar, wie Katar Terrorkampagnen finanziert. Und wie das reiche Land die Hisbollah mit Waffen und Geld unterstützt.

Hossam Sadek

Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter, der jetzt als privater Sicherheitsdienstleister mit dem anonymen Namen „Jason G.“ tätig ist, sagte im Interview mit Mena-Watch am Freitag: „Mein Dossier beschreibt die katarische Finanzierung der Hisbollah, der Muslimbruderschaft und der vergangenen und zukünftig geplanten iranischen bzw. Houthi-Drohnenangriffe gegen Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate“. Seinen Angaben gemäß war „Jason G.“ zuvor 16 Jahre lang für einen westlichen Geheimdienst tätig und arbeitete zwischen 2016 und 2017 als verdeckter Agent in Katar. In dieser Zeit konzentrierte er sich auf illegalen Waffenhandel und die Finanzierung von Terrororganisationen.

Die in dem Dossier dargelegte Geschichte beginnt zu jenem Zeitpunkt, als Jason G. seine Einsätze neben zahlreichen anderen Zielen auch nach Doha geführt haben. Dort stieß er auf einige brisante Informationen – etwa eine Waffenlieferung aus Serbien, die 2017 von einer Firma in Katar für die Hisbollah durchgeführt wurde. Seinem Dossier zufolge „hat General Dhalan Al Hamad; ein Mitglied der königlichen Familie in Katar, Gold aus Uganda dazu benutzt, diesen Waffenhandel zu finanzieren“. „Jason G.“ führt weiter aus, dass sich auch „die große katarische Bank ‚QNB‘ sich an den Bemühungen beteiligt hat, Geld für diesen Deal zu beschaffen“.

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Sein Dossier belegt, dass eine katarische Firma den Deal mit Serbien abgeschlossen und die Waffen nach Nordmazedonien transferiert hat, wo es den Katarern gelungen sei, die Waffen mithilfe von lokalen Stahlunternehmen als Baumaterial zu tarnen. Korrupte Beamte des nordmazedonischen Zolls hätten dazu beigetragen, die Versanddokumente entsprechend zu fälschen, um die Herkunft der nun als Baumaterial deklarierten Fracht zu vertuschen. Dann wurden die Waffen in den Hafen von Thessaloniki in Griechenland und von dort in den Libanon gebracht.

Dem Dossier zufolge gab es auch Geldflüsse aus Doha zur Hisbollah, der libanesischen Terrororganisation, die seit April in Deutschland verboten ist. „Mit dem Wissen einflussreicher Regierungsbeamter wurden die Spenden von Wohltätigkeitsorganisationen in Doha generiert“, schreibt „Jason G.“ und präzisiert: „Vor allem die katarische Wohltätigkeitsorganisation Sheikh Eid und die katarische Bildungsstiftung ‚Bildung Über Alles’ haben der Hisbollah allein im Jahr 2020 an die 500 Millionen Dollar weitergeleitet.“

Laut dem Dossier beschränkte sich Katars Vorgehen jedoch nicht nur auf die Unterstützung von Terroranschlägen und die Finanzierung extremistischer Organisationen. Die Katarer hätten auch einen „hochrangigen Berater“ in der saudischen Regierung eingeschleust, um die saudische Politik zu beeinflussen und sowohl der Hisbollah als auch den Houthis im Jemen einen militärischen Vorteil zu verschaffen.

Das Dossier gipfelt in Ausführungen, wie die Katarer versuchten, „Jason Gs.“ Schweigen zu erkaufen. So haben ihm katarische Beamte, darunter Abdulrahman bin Mohammed Sulaiman al-Khulaifi, Katars Botschafter in Belgien und bei der NATO, die Summe von 750.000,- Euro angeboten, wenn er – statt seine Informationen öffentlich zu machen – Schweigen über die Rolle des katarischen Regimes bei der Lieferung von Geld und Waffen an die Hisbollah bewahre.

Anfragen des Autors bei den katarischen Behörden um einen Kommentar blieben unbeantwortet. Auf eine ähnliche Anfrage der Berliner Zeitung vom letzten Monat erklärte die katarische Botschaft in Deutschland lapidar, dass Katar eine zentrale Rolle bei den internationalen Bemühungen zur Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus im Nahen Osten spiele.

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