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Wenn das Rote Kreuz Israel nicht einmal eine erfolgreiche Netflix-Serie gönnt

Selbst eine israelische Netflix-Serie stellt für das Rote Kreuz einen Verstoß gegen das Menschenrecht dar
Selbst eine israelische Netflix-Serie stellt für das Rote Kreuz einen Menschenrechtsverstoß dar (© Imago Images / Cinema Publishers Collection)

Das Rote Kreuz machte sich auf Twitter zum Gespött, nachdem es die israelische Fernsehserie „Fauda“ nach Verstößen gegen das „humanitäre Völkerrecht“ durchforstet hatte.

The Algemeiner

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) nahm am Wochenende auf dem offiziellen Twitter-Account seiner Delegation in Israel und den palästinensischen Gebieten die beliebte Fernsehserie Fauda ins Visier.

„Wie viele von Ihnen haben auch wir in diesem Jahr @FaudaOfficial geschaut und eine Reihe von Verstößen gegen das #IHL festgestellt“, postete der Account, wobei er ein Akronym für „International Human Law“ („humanitäres Völkerrecht“) verwendete. „Lesen Sie sich diesen Twitter-Thread an und teilen uns mit, ob Sie noch mehr [solcher Verstöße] finden!“, hieß es weiter.

Es folgte eine Reihe von Tweets, in denen das IKRK Folterszenen und Geiselnahmen aus verschiedenen Episoden der Netflix-Show anprangerte, deren Helden die Mitglieder einer verdeckten Anti-Terror-Einheit der israelischen Streitkräfte sind.

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Als Reaktion auf den Tweet wiesen Social-Media-Nutzer schnell darauf hin, dass die fiktionale Serie vermutlich nicht in den Zuständigkeitsbereich des Roten Kreuzesfällt.

„Der israelische Zweig des Internationalen Roten Kreuzes hat Menschenrechtsverletzungen in einer Fernsehsendung festgestellt“, schrieb etwa Joel M. Peltin. „Ernsthaft? Wenn wir Filme und Fernsehsendungen anprangern, die Gesetzesverstöße beinhalten, nominiere ich alle Filme der Fast and Furious-Serie wegen ihrer Zurschaustellung von überhöhter Geschwindigkeit.“

Zu den weiteren Nominierten, die vom Roten Kreuz unter die Lupe genommen werden sollten, gehören HBOs „Game of Thrones“, Stephen Kings Horror-Romane und die Reihe „The Avengers“, in der der Superschurke Thanos die Hälfte alles Lebens im Universum tötet.

Die Serie Fauda feierte 2015 ihre Premiere im israelischen Fernsehen und wurde ein Jahr später von Netflix vertrieben. Die dritte Staffel wurde vergangenen April ausgestrahlt.

Einer der Schöpfer der Serien, Avi Issacharoff, der auch als Journalist für israelische Medien arbeitet, antwortete auf den Tweet des Roten Kreuzes: „Wir werden all das in Staffel 4 berücksichtigen und versprechen, dass wir versuchen werden, mit neuen originellen Verstößen zu kommen.“ Der zweite Schöpfer Lior Raz, der zugleich Hauptdarsteller der Serie ist, antwortete mit einem GIF von drei Charakteren der Serie, die einanader mit einem Drink zuprosten.

(Aus dem Artikel Red Cross Calls Out Israeli Hit ‘Fauda’ Over Fictional Human Rights ‘Violations’der bei The Algemeiner erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

Update:

Am Dienstag dann der Rückzieher: Man habe erkannt, dass der Versuch, die Internationalen Menschenrechte mehr ins Bewusstsein zu rufen, nicht so verstanden wurde, wie beabsichtigt, twitterte ICRC: „Die Tweets sollten niemanden verärgern. Unser Ziel war es, eine international beliebte fiktive Show zu nutzen, um das Bewusstsein zu schärfen und eine Diskussion über die Bedeutung von #IHL zu generieren.“  

Auch dieser Tweet wurde inzwischen mit zahlreichen Kommentaren versehen, unter anderem von einem Nutzer, der vorschlug, dass sich das ICRC bei Gelegenheit einem Holocaust-Film widmen sollte. Dann könnte man darauf hinweisen, wie oft das Rote Kreuz nicht gehandelt hat. „Das wäre wirklich konstruktiv.“

Weiterlesen in der Jüdischen Allgemeienen: „Rotes Kreuz kritisiert ‚Fauda‘

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