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Was der Slogan »From the River to the Sea« wirklich bedeutet

Kampagne der Amadeu Antonio Stiftung gegen israelbezogenen Antisemitismus (© Imago Images / NurPhoto)

Der langjährig in Israel inhaftierte Terrorist Ismail Awda gab nach seiner Entlassung ein entlarvendes Interview im palästinensischen Fernsehen.

Der im Oktober nach zwanzig Jahren aus israelischer Haft entlassene Terrorist Ismail Awda erklärte gegenüber dem im Hoheitsgebiet der Palästinensischen Autonomiebehörde beheimateten Sender Awda TV, es sei seit seinem Beitritt zur Fatah vor fast vierzig Jahren von der Bewegung immer klar gemacht worden, dass »Palästina sich nicht auf die Grenzen von 1967 beschränkt«. 

Während er heute 52 Jahre alt ist, sei er der Fatah mit vierzehn beigetreten, sodass »wir also von sechs- bis siebenunddreißig Jahren in der Fatah sprechen«. In diese Zeit sind die »erste und zweite Intifada« gefallen: »Ich war im Nachrichtendienst. In der ersten Intifada hat mir die Fatah nicht beigebracht, dass Palästina auf die Grenzen von 1967 beschränkt ist. Die Ideologie der Fatah und ihrer Sicherheitsdienste und aller Brüder in den Sicherheitsdiensten – vor allem in den Geheimdiensten, aber auch in allen anderen – haben mich nicht gelehrt, dass Palästina auf die Grenzen von 1967 beschränkt ist.«

Auch in der zweiten Intifada oder »Al-Aqsa-Intifada« genannten Terrorkrieg gegen Israel habe er nie ein Fatah-Mitglied oder einen Funktionär getroffen, der sich mit den als Grenzen von 1967 bekannten Waffenstillstandslinien von 1948/49 zufriedengegeben hätte. »Während der zweiten Intifada habe ich im Gefängnis unterrichtet. Die Fatah lehrte mich, dass Palästina vom [Mittel]-Meer bis zum [Jordan]-Fluss reicht.«

Spricht die Fatah von den Grenzen von 1967, meine sie, dass die palästinensische Entität dort bestehe, »aber unsere Heimat ist in Haifa, Jaffa, Akko und Galiläa. Das ist es, was die Fatah mich gelehrt hat.« Die Grenzen von 1967, so Awda weiter, bildeten nur den Staat der Palästinensischen Autonomiebehörde, nicht aber Palästina selbst: »Als ich während der Al-Aqsa-Intifada zu unterrichten begann und zur Tanzim [Miliz] gehörte, haben wir unseren Kindern und Jugendlichen immer beigebracht, dass Palästina vom [Mittel-]Meer bis zum [Jordan-]Fluss reicht.«

Sei ein Kämpfer der »absoluten Überzeugung«, dass dieses Land befreit und »der Feind mit allen Mitteln bekämpft« werden müsse, so Awda in dem am 24. November ausgestrahlten Bericht weiter, sei das Gefängnis nur eine Phase, in der er sich »Wissen und Bildung« aneignen und »soziale Bindungen auf nationaler Ebene« aufbauen könne.

Ideologische Hochburg

Wenige Tage zuvor hatte Awda TV am 19. November eine von der Offenen Universität Al-Quds in Ramallah im Westjordanland veranstaltete Zeremonie zum Gedenken an den 18. Jahrestag des Todes von Jassir Arafat übertragen, bei der ein Redner die Fatah und alle mit ihr verbundenen Gruppierungen im Laufe der Geschichte lobte.

Dabei rief einer der Sprecher unter Bezug auf Jassir Arafats Kampfnamen Abu Ammar zur Gewalt gegen Israel auf: »Oh Brigaden der Ehre und des Ruhmes! Oh Brigaden der Wahrheit! Oh treue und stolze Brigaden von Abu Ammar! Oh Scheide des Dolches, oh Liebe der Waffe! Oh Brigaden von Abu Ammar! Sagt ihnen mit Kugeln, nicht mit Worten, dass Jerusalem arabisch ist und nur arabisch!« Eine Sprecherin pries die Fatah, »auf die das rechtschaffene und ehrenhafte Volk blickt«, während ein Redner ihr sekundierte, dass aus ihrer Mitte die Fedajin-Gruppen hervorgegangen seien, die den bewaffneten Kampf gegen Israel geführt haben und führen, »gipfelnd in den Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden und ihren Kampfzellen«.

Hussein Hamayel, der sowohl Fatah-Sprecher als auch Direktor der Al-Quds Universität ist, versicherte den Teilnehmer an der Gedenkveranstaltung, »dass diese Idee Bestand hat und haben wird. Heute führt die Fatah im Westjordanland und im Gazastreifen diese erstaunlichen Kundgebungen durch, um eine Botschaft zu vermitteln: Wir ›erinnern‹ uns nicht an unsere Märtyrer, vielmehr sind sie immer bei uns.«

Die Veranstaltung im Besonderen wie die Fatah im Allgemeinen sende eine Botschaft »an den Feind« und an jene, welche die »großartige [palästinensische] Sache« vernachlässigten. »Nach mehr als 74 Jahren machen wir weiter. Wie könnten wir das nicht tun? Sie haben uns getötet, aber wir haben [unsere Toten] in Märtyrer verwandelt, die von ihrem Herrn [Allah] versorgt werden. Sie sind nicht nur Tote, wie die Besatzer es gerne hätten.«

Darüber hinaus habe die Universität die palästinensischen Gefangenen in ideologische Spezialisten verwandelt. So habe bei der letzten Abschlusszeremonie der inhaftierte Terrorist Naser Abu Hmeid seinen Abschluss gemacht, »dieser kühne Held, der, solange er lebt – und wir bitten Allah, dass sein Leben lang ist – und auch, nachdem er zum Märtyrer geworden ist, »ein Fluch bleiben wird für die Feinde und Verräter der palästinensischen Sache«. 

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