Im VW-Werk in Osnabrück sollen künftig Komponenten israelischer Raketenabwehrsysteme produziert werden.
Der deutsche Volkswagen-Konzern steht vor einem ungewöhnlichen Geschäftsabschluss: Medienberichten zufolge soll ein VW-Werk in Osnabrück vor dem Verkauf stehen. Der kolportierte Käufer: die in Burbach (Nordrhein-Westfalen) ansässige Firma Dynamit Nobel Defence (DND), das deutsche Tochterunternehmen des israelischen staatlichen Rüstungsunternehmens Rafael.
Bis 2027 wird im Volkswagen-Standort Osnabrück noch das T-Roc-Cabriolet produziert, danach soll auf Rüstungsproduktion umgestellt werden. Diesbezügliche Gespräche mit dem deutschen Rüstungsunternehmen Rheinmetall sind den Berichten zufolge im vergangenen Jahr aber ins Stocken geraten. Demgegenüber dürften die Verhandlungen mit DND/Rafael gut vorangekommen sein. Angeblich wurde Ende April eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.
In Osnabrück werden dem Vernehmen nach in Zukunft Komponenten der Raketenabwehrsysteme »Iron Dome« und »David’s Sling« hergestellt werden. Der israelischen Nachrichtenseite Ynet News zufolge soll es sich dabei um Triebwerke für Abfangraketen handeln (die Sprengstoffkomponenten sollen aus Sicherheitsgründen separat an einem anderen Ort hergestellt werden).
Deutsche Umorientierung
Für den CDU-Politiker Bastian Ernst, der früher bei DND beschäftigt war, wäre der Verkauf des Osnabrücker VW-Werks an DND/Rafael eine »Win-win-Situation«: »Wir hätten israelisches Know-how in Deutschland und der israelische Staatskonzern hat eine Produktion, die nicht bedroht ist vom Krieg.« Darüber hinaus könnte auf diese Weise auch zumindest ein Teil der 2.300 Arbeitsplätze gerettet werden, die bei einer Schließung des Werks verloren gingen.
Den Berichten zufolge unterstütze auch die deutsche Politik den Verkauf. Infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine und der erratischen Politik von US-Präsident Donald Trump habe hier ein Umdenken stattgefunden: Man wolle einerseits die Rüstungsindustrie im eigenen Land fördern und andererseits die militärische Abhängigkeit von den USA reduzieren. Zu diesem Zweck wurden bereits einige Verträge über israelische Rüstungsgüter abgeschlossen. Der bekannteste derartige Deal war sicherlich die Anschaffung des israelischen Raketenabwehrsystems »Arrow 3«, das die Sicherheit des Luftraums vor russischen oder iranischen Raketen schützen soll.






