Vida Movahed: Demonstrantin gegen Schleierzwang im Iran identifiziert

Vida Movahed (Quelle: Amed Sherwan)

Die Frau, die Ende Dezember zum Symbol der iranischen Proteste wurde, ist zum Gegenstand einer neuen Kampagne in den sozialen Medien geworden. Bilder, die die Frau, deren Namen weiterhin unbekannt ist, zeigten, wie sie mitten in Teheran ihr weißes Kopftuch abnimmt (ein strafbare Handlung) und damit winkt, wurden während der Demonstrationen gegen die Regierung Ende vergangenen Jahres tausende Male geteilt. Nun fragen Iraner: Wo ist sie? Am Montag bestätigte die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh dem persischen Dienst der BBC gegenüber den schon länger kursierenden Bericht, dem zufolge die Demonstrantin am 27. Dezember verhaftet wurde. Sie sei 31 Jahre alt und die Mutter eines 20 Monate alten Kindes. (…)

Seit dem 17. Januar sind ein entsprechender persischsprachiger Hashtag und seine englischsprachigen Äquivalente #where_is_she und #WhereIsShe in dem Land, in dem Widerspruch oft brutal unterdrückt wird, mehr als 20.000 Mal auf Twitter und in anderen sozialen Medien benutzt worden. Das Bild der Frau zirkulierte zunächst im Zusammenhang mit der White Wednesday-Kampagne, mit der Frauen im Iran gegen die strengen Bekleidungsvorschriften in dem Land protestieren. Seit der Islamischen Revolution von 1979 sind Frauen gezwungen, ihr Haar islamischen Sittlichkeitsregeln entsprechend zu verhüllen, und sie müssen knielange Gewänder tragen. Die unbekannte Frau wurde weltberühmt, als ihr Bild zum Symbol der jüngsten Proteste wurde, den größten seit 2009. Mindestens 20 Menschen starben bei den Protesten gegen die Regierungskorruption, die Arbeitslosigkeit und die schwache Wirtschaft.“ (Georgina Rannard: „Iranian hijab protester: Where is she?“)

UPDATE: „Jene Frau, die gegen den Schleierzwang im Iran demonstrierte, wurde als die 31jährige Vida Movahed identifizert, Mutter eines 19 Monate alten Babys. Sie wurde verhaftet, nachdem sie ihren Hijab in der Öffentlichkeit abgenommen hatte. Amnesty International fordert ihre Freilassung.“ (Amed Sherwan auf Facebook)

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