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US-Beauftragter für Jemen besorgt über iranische Aktionen 

Die USA beschlagnahmen tausende Sturmgewehre, die aus dem Iran in den Jemen geschmuggelt werden sollten
Die USA beschlagnahmen tausende Sturmgewehre, die aus dem Iran in den Jemen geschmuggelt werden sollten (© Imago Images / Cover-Images)

Trotz der Wiederannäherung zwischen Saudi-Arabien und dem Iran misstrauen die USA der Islamischen Republik bezüglich ihrer Aktivitäten im Jemen.

Wie der Sonderbeauftragte des US-Außenministeriums für den Jemen erklärte, sei er trotz der Fortschritte bei der Beendigung des katastrophalen Kriegs im Jemen zwischen der von Saudi-Arabien geführten Koalition und den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen besorgt über das Verhalten der Islamischen Republik.

Tim Lenderking sagte am 11. Mai, wenige Tage nach seiner Rückkehr von einem Treffen am Persischen Golf mit hochrangigen jemenitischen, omanischen und saudischen Beamten, zu Reportern: »Trotz der Tatsache, dass wir die Vereinbarung zwischen den Saudis und den Iranern zu einer Wiederannäherung der beiden Länder, die auch eine Absichtserklärung enthält, den Konflikt im Jemen beizulegen, begrüßt haben, bin ich weiterhin besorgt über die Rolle des Irans, der die Huthis während des Kriegs bewaffnet, ausgebildet und ausgerüstet hat, um Saudi-Arabien zu bekämpfen und anzugreifen.«

Die USA seien »sehr froh, dass solche Angriffe [auf Saudi-Arabien; Anm. Mena-Watch] seit über einem Jahr nicht mehr stattgefunden haben«. Dennoch hätten »die Iraner weiterhin Waffen und Drogen in das Konfliktgebiet geschmuggelt« und die USA seien »sehr besorgt, dass dies trotz der Vorteile, die sich aus dem saudisch-iranischen Abkommen ergeben könnten, auch in Zukunft weitergehen wird«.

Großes Misstrauen

Lenderking erklärte, die jüngste saudisch-iranische Annäherung allein werde aufgrund der internen Spannungen und Spaltungen im Jemen keinen Frieden im Jemen bringen. Der US-Sonderbeauftragte merkte zwar an, es sei ihm von vielen Seiten zugesichert worden, dass Teheran den Friedensprozess unterstütze, die USA aber »wollen, dass sich dies auch in der Praxis bestätigt. Wir wollen keine Fortsetzung des Schmuggels und der Verletzung von Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, welche die vergangenen sieben Jahre des iranischen Engagements im Jemen kennzeichneten.«

Lenderking wies auch darauf hin, dass ein Großteil der aktuellen Fortschritte bei der Deeskalation des Konflikts bereits vor der Vereinbarung zwischen Riad und Teheran erzielt worden war und fügte hinzu, die internationale Gemeinschaft solle genau beobachten, »ob sich die Iraner an die Bedingungen halten, denen sie zugestimmt haben«. Washington seinerseits hoffe, »dass der Iran sein Verhalten ändert und tatsächlich, im Geiste des Abkommens mit den Saudis, die Friedensbemühungen im Jemen tatkräftig unterstützt. Das wäre zu begrüßen.«

Die Friedensgespräche, die letzten Monat in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa abgehalten wurden, fanden ein Jahr nach dem von den Vereinten Nationen vermittelten Waffenstillstand statt, der allerdings im Oktober ausgelaufen ist. Auf die als vielversprechend bezeichneten Gespräche im April folgte die vertrauensbildende Ankündigung eines Austauschs von fast 900 Gefangenen.

Der Konflikt ist einer von mehreren regionalen Stellvertreterkriegen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, die als sunnitische bzw. schiitische Schutzmächte in der Region auftreten. Zuletzt wurde das eng mit dem Iran verbündete syrische Regime auf Drängen Saudi-Arabiens wieder in die Arabische Liga aufgenommen, in der Hoffnung, den syrischen Machthaber Baschar al-Assad damit von Teheran distanzieren zu können.

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