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Was Iraner über die israelische TV-Serie „Tehran“ denken

Zoom-Veranstaltung mit Machern und Schauspielern der israelischen TV-Serie „Tehran“
Zoom-Veranstaltung mit Machern und Schauspielern der israelischen TV-Serie „Tehran“ (Quelle: JNS)

Macher und Schauspieler der israelischen Fernsehserie „Tehran“ erzählten in einer virtuellen Podiumsdiskussion über ihre Erfahrungen mit iranischen Zuschauern. (Spoileralarm: Der Artikel enthält einen Hinweis auf den Ausgang der Serie. Wer sich die Spannung erhalten möchte, sollte ihn erst lesen, nachdem er die Serie zu Ende gesehen hat.)

Shiryn Ghermezian

Die Darsteller und Macher der auf Apple TV+ gestreamten israelischen Erfolgsserie „Tehran« erklärten während einer virtuellen Podiumsdiskussion vergangene Woche, dass die Sendung von Anfang an zum Ziel hatte, die iranische Kultur zu respektieren. Dabei erzählten sie auch, welche Reaktionen sie von den iranischen Zuschauern erhielten.

Während der Zoom-Veranstaltung, die von der gemeinnützigen Gruppe Creative Community for Peace veranstaltet und von der israelischen Autorin und Produzentin Noa Tishby moderiert wurde, sagte der israelische Regisseur und Co-Schöpfer der Serie, Daniel Syrkin, dass er von Anfang an versucht habe, sich so gut wie möglich vorzubereiten, damit „Tehran“ für die Zuschauer so authentisch wie möglich wird. Er hat sogar Farsi studiert.

„Mir wurde klar, dass ich nichts über den Iran wusste“, räumte er ein. „Das erste, was ich tat, war, dass ich alle meine Farsi sprechenden Freunde vom Militär anrief, die zu meinen besten Beratern wurden, und dann fing ich an, Farsi zu lernen. Es war überwältigend – die Tiefe der Kultur [und] die Vielfalt der Menschen.“

Der jüdisch-iranische Schauspieler Shaun Toub erzählte, er habe zu Syrkin gesagt: „‘Ich bin ein amerikanischer Schauspieler, aber ich bin immer noch Iraner, also will ich die Iraner nicht schlecht aussehen lassen‘“ … und das ist der Grund, warum die Leute diese Serie lieben. Weil es wirklich eine ausgewogene Serie ist, die nicht einseitig Partei ergreift.“ Der iranisch-amerikanische Schauspieler Navid Negahban stimmte zu: „Danny hat mich wirklich von dem Projekt überzeugt. Als ich mit ihm sprach, sah ich, wie leidenschaftlich er an dem Konzept arbeitet. Und gleichzeitig sah ich, welche Mühe er sich gab, wie er Farsi lernte, um der Kultur so genau wie möglich zu entsprechen. Der Respekt, den er beiden Kulturen entgegenbrachte, hat mich wirklich berührt.“

Die Serie wurde in Athen gedreht, wobei laut Syrkin 5.000 Iraner als Statisten eingesetzt wurden. Omri Shenhar, der israelische Autor und Mitschöpfer der Serie, sagte, er habe sich für das Drehbuch von den Nachrichten inspirieren lassen und sich auf reale Ereignisse gestützt.

Iranisches Feedback

Iranische Schauspieler aus der ganzen Welt, darunter auch in Indien und Schweden lebende, haben sich bereits bei Syrkin gemeldet und gefragt, ob sie in der zweiten Staffel der Show auftreten können. Jeder der Podiumsteilnehmer erzählte, dass er positives Feedback von Iranern erhalten habe, obwohl viele anfangs annahmen, die Show sei zionistische Propaganda.

Die iranisch-israelische Schauspielerin Liraz Charhi ließ sich von Freunden in der Islamischen Republik Fotos schicken, auf denen sie zu sehen sind, wie sie die Sendung sehen. Ihre eigene Mutter, so erzählte sie, habe sich so mit der Serie identifiziert, dass sie der Schauspielerin einen Klaps gab, nachdem sie gesehen hatte, wie sich ihr Charakter im Staffelfinale als Verräterin an Israel entpuppte.

Einige iranische Fans gaben auch Ratschläge, welche Änderungen an der Serie vorgenommen werden sollten – ein Feedback, das die Macher der Serie für die nächste Staffel berücksichtigen werden.

Syrkin fügte hinzu, dass viele, die ihm Briefe schickten, der Serie „sehr unvoreingenommen“ gegenüber eingestellt waren: „Einige sagten, für viele Leute, die gegen das Regime sind, sei all das, was wir als faire Behandlung betrachten, die beide Seiten zeigt, viel zu nachgiebig gegenüber den Machthabern. Wir würden das Regime als menschlich darstellen, was für sie geradezu einer Beleidigung gleichkam. Das war sehr interessant für mich. Obwohl 90 Prozent von dem Feddback, das ich erhielt, positiv war, hörte ich auch immer wieder, dass wir einige Dinge verbessern könnten, und wir werden es versuchen, wenn wir mit hoffentlich eine zweite Staffel drehen können.“

Shiryn Ghermezian ist eine amerikanische Journalistin für The Algemeiner. Der Artikel „‘Tehran’ cast, creators on feedback from fans: ‘We’re too soft on regime’ist zuerst beim Jewish News Syndicate erschienen. Übersetzung von Alexander Gruber.

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