Vor dem Krieg verdoppelte der Iran die Finanzmittel für die Hisbollah auf zwei Milliarden Dollar und schickte Hunderte Millionen an terroristische Gruppierungen im Gazastreifen.
Yaakov Lappin
Im Jahr 2025 verdoppelte das iranische Terrorregime laut israelischen Einschätzungen seine direkten Finanzmittel für die Hisbollah auf zwei Milliarden Dollar. Dabei räumte es dem raschen Ausbau seiner als regionale Stellvertreter fungierenden Terrorarmeen den Vorrang vor inländischen Investitionen ein. In den letzten Tagen gab ein israelischer Militärvertreter Einblick in die finanziellen Aktivitäten des iranischen Militärhauptquartiers in Teheran. Dieses diente als Finanzierungsbasis für die Stellvertreterkräfte und wurde am 2. April von der israelischen Luftwaffe angegriffen.
Der iranische Staatshaushalt für das persische Jahr 1404, das von März 2025 bis März 2026 reicht, belief sich auf etwa 59 Milliarden Dollar. Von dieser Gesamtsumme stellte das Regime etwa 16 Milliarden US-Dollar direkt für seinen Verteidigungshaushalt bereit, was etwa 27 Prozent des Staatshaushalts entspricht. Das Regime zog diese Mittel aus der zivilen Infrastruktur, dem Bildungs- und Gesundheitswesen ab. Stattdessen verwendete es sie für die Produktion von Raketen und Drohnen sowie für die iranischen Streitkräfte, einschließlich der paramilitärischen Basidsch, die Zehntausende Zivilisten ermordet haben, und für seine Stellvertreterkräfte im Ausland.
Zusätzlich zum Zwei-Milliarden-Dollar-Budget der Hisbollah überwies Teheran jährlich Hunderte Millionen Dollar an die Hamas und andere palästinensische Terrorfraktionen im Gazastreifen und der Westbank. Zudem wurden Hunderte Millionen Dollar in Form von Bargeld, Waffen und Gütern an die Huthi im Jemen überwiesen. Pro-iranische Milizen im Irak erhielten laut dem Beamten jährlich mehrere zehn Millionen Dollar.
Der Direktor des Jerusalem Institute for Strategy and Security, Yossi Kuperwasser, erklärte vergangene Woche gegenüber dem Jewish News Syndicate: »Für das islamische Regime im Iran hat die Unterstützung von Stellvertretern stets höchste Priorität, wie sich an der Aufstockung der Hilfe für die Hisbollah gerade in einer Zeit wirtschaftlicher Schwierigkeiten zeigt.« Die aktive Beteiligung der Hisbollah am aktuellen Mehrfrontenkrieg festige diese finanzielle und operative Bindung. Die Entscheidung der libanesischen Terrorgruppe, für den Iran zu kämpfen und dabei Risiken einzugehen und Personal zu opfern, verstärke das Engagement des iranischen Regimes, an seiner Politik festzuhalten, so Kuperwasser.
Das Regime betrachte das Überleben und die Wiederaufrüstung seiner Stellvertreter als grundlegende Voraussetzung. Daher sei es wahrscheinlich, dass Teheran selbst bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten weiterhin der Hilfe für die Hisbollah und die übrigen Stellvertreter Vorrang einräumen werde, fügte Kuperwasser hinzu. Es werden jedoch die konkreten Gegebenheiten des wirtschaftlichen Umfelds nach dem Krieg sein, die das künftige Ausmaß von Transferzahlungen bestimmen. So werde der Iran möglicherweise keine andere Wahl haben und gezwungen sein, das Volumen der Hilfe zu kürzen.
Aufrechterhaltung der Terrorachse
Der Forscher am Institut für Nationale Sicherheitsstudien der Universität Tel Aviv, Kobi Michael, skizzierte die möglichen Entwicklungen bei der Finanzierung der iranischen Stellvertreter auf der Grundlage des politischen und militärischen Ausgangs des aktuellen Krieges. Die Fähigkeit des Regimes, Geld zu transferieren, werde stark von den Bedingungen geprägt sein, unter denen der Konflikt endet. Michael geht davon aus, dass das Regime im Falle einer Vereinbarung, die die Aufhebung der Sanktionen sowie Hilfe für den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes beinhalte, einen Weg finden würde, weiterhin Geld an seine Stellvertreter zu überweisen, wenn auch in geringeren Beträgen.
Umgekehrt, so Michael, sei es schwer vorstellbar, dass das geschlagene und angeschlagene iranische Regime seine Stellvertreter nennenswert finanzieren könnte, sollte der Krieg letztendlich doch noch mit der »Öffnung der Tore der Hölle« enden, wie US-Präsident Donald Trump vor der Verkündigung des Waffenstillstands erklärt hatte.
Der Iran könnte andere Wege finden, um seine regionale Achse aufrechtzuerhalten, warnte der Wissenschaftler, beispielsweise durch die Lieferung von Waffen, Technologie, Geheimdienstinformationen, militärischer Ausbildung und vielleicht sogar unkonventionellen – chemischen, biologischen oder schmutzigen nuklearen – Waffen, um sich auf die große Rache vorzubereiten.
Während des gesamten Krieges griffen die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) Ziele des Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) an, die der doppelten, sprich militärischen und zivilen Nutzung dienten und dazu beitrugen, Einnahmen in Milliardenhöhe für die militärisch-terroristischen Aktivitäten des iranischen Regimes zu generieren. Am 3. April gab Israel die Eliminierung von Mohammed Kahi bekannt, einem hochrangigen Kommandeur im Ölhauptquartier der IRGC, der als Leiter des Handelsbereichs fungierte. Diese Abteilung finanziert den militärischen Aufbau der IRGC durch Gewinne aus Ölverkäufen, die jährlich auf Milliarden Dollar geschätzt werden, und umgeht dabei internationale Sanktionen. Bereits am 31. März war der Leiter des Ölhauptquartiers, Jamshid Eshaghi, getötet worden.
Yaakov Lappin ist Korrespondent und Analyst für militärische Angelegenheiten in Israel, hausinterner Analyst am MirYam-Institut, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Alma-Forschungs- und Bildungszentrumund am Begin-Sadat-Zentrum für strategische Studien an der Bar-Ilan-Universität sowie Autor von Virtual Caliphate – Exposing the Islamist State on the Internet. (Der Text erschien auf Englisch zuerst beim Jewish News Syndicate. Übersetzung von Alexander Gruber.)






