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Teheran: Präsidentschaftskandidat vergleicht unverschleierte Frauen mit Tieren

Präsidentschaftskandidat Motahari tut sich immer wieder mit frauenfeindlichen Aussagen hervor
Präsidentschaftskandidat Motahari tut sich immer wieder mit frauenfeindlichen Aussagen hervor (Quelle: Tasnim News Agency, CC BY 4.0)

Der ehemalige Vize-Parlamentssprecher Ali Motahari verspottet den Kampf iranischer Frauen gegen die Verschleierungspflicht und tut sich mit frauenfeindlichen Äußerungen hervor.

My Stealthy Freedom

Kürzlich trat Ali Motahari, ein ehemaliger stellvertretender Sprecher des Parlaments (Majlis) der Islamischen Republik und Präsidentschaftskandidat bei den bevorstehenden Wahlen, bei Clubhouse auf, um Frauenrechte als Tierrechte abzutun. Dabei machte er eine Reihe von abfälligen sexistischen und rassistischen Bemerkungen, die den Zorn vieler Iraner auf sich zogen.

Motahari ist dem reformistischen Lager der iranischen Politik zuzuordnen, und dennoch hat kein einziger reformistischer Abgeordneter oder Politiker seine Äußerungen verurteilt.

Am Abend des 6. April nahm Motahari an einer Clubhaus-Diskussion teil, bei der etwa 6.000 Menschen im Publikum saßen, und begann eine Tirade gegen die Rechte der Frauen. Er verspottete den Kampf der iranischen Frauen gegen den Hijab-Zwang und fügte hinzu: „Für Frauen ist das Nichttragen des Hijabs keine Freiheit. Es ist wie ein tierischer Instinkt. Männer im Iran werden von unverschleierten Frauen erregt. Westliche Männer werden nicht erregt, weil sie krank sind. Deshalb bevorzugen westliche Frauen afrikanische Männer.“

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Er führte weiter aus: „Wenn jemand am Strand nicht erregt wird, dann ist er krank. Gott will, dass wir erregt sind. Männer müssen erregt sein. Es ist gut, dass ein junger Mann erregt ist, wenn er die Hand einer Frau sieht.“

Motahari hat sich zwar schon in der Vergangenheit im Parlament oder in Interviews oft derartig geäußert. Im öffentlichen Rahmen, wo seine Kommentare über die staatlich kontrollierten Medien hinausgehen, war er bislang jedoch noch nie so offen. Anfang dieses Jahres bestand Motahari in einem Interview darauf, dass die Gesetze zur Hijab-Pflicht in Kraft bleiben müssen, weigerte sich aber gleichzeitig, zuzugeben, dass der Hijab im Iran jemals Pflicht gewesen sei. (…)

Im Jahr 2014, und bei vielen anderen Gelegenheiten seither, hat er abfällige Bemerkungen über Leggings tragende Frauen gemacht. So sagte er etwa, Frauen, die Leggings tragen, sollten nicht in offizielle Gebäude gelassen werden. Auch bestellte er den damaligen Innenminister zu einer Erklärung ins Parlament ein, warum es Frauen im Iran erlaubt sei, Leggings zu tragen.

Schon 2002 trat Motahari als Hardliner gegen Frauenrechte auf, beschwerte sich über die „Verbreitung des nachlässig getragenen Hijab“ im Iran und beschuldigte den damaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, Hosen und kurze Mäntel zum neuen Standard für Frauen zu machen. (…)

Motharis Ansichten über Frauen entsprechen dem Mainstream-Denken im politischen Establishment der Islamischen Republik sind. Das Schweigen der reformorientierten Politiker zu seinen Auslassungen zeigt nur eines: Frauen sind in der Islamischen Republik Bürger zweiter Klasse.

(Aus dem Artikel „Presidential Candidate: “Not Wearing Hijab” is Like an Animal Instinct“, der bei My Stealthy Freedom erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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