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Taliban-Minister ehrt Selbstmordattentäter als „Helden des Islam und des Vaterlandes“

Taliban-Innenminister besucht Zeremonie zur Ehrung von Selbstmordattentätern
Taliban-Innenminister besucht Zeremonie zur Ehrung von Selbstmordattentätern (Quelle: Twitter)

Das Kabuler Hotel, in dem die Zeremonie stattfand, war in der Vergangenheit von Attentätern des Netzwerks von Innenminister Sirajuddin Haqqani angegriffen worden.

Ben Farmer, The Telegraph

Der Innenminister der Taliban, ein gesuchter Terrorist, auf den ein Kopfgeld von 10 Millionen Dollar ausgesetzt ist, hat die Selbstmordattentäter der Bewegung bei einer Zeremonie für ihre Familien als „Helden des Islam und des Vaterlandes“ gelobt.

Sirajuddin Haqqani, der nach der Sieg der Taliban über die international unterstützte afghanische Regierung zum Minister ernannt wurde, umarmte bei der Veranstaltung die Angehörigen der Attentäter. Er sagte den Anwesenden, dass die Hoffnungen der Bombenleger nicht verraten werden dürften, und versprach den Familien umgerechnet 107 Euro und ein Stück Land.

Die Zeremonie fand im Hotel Inter-Continental in Kabul statt, das während des langjährigen Krieges der Taliban gegen die Regierung wiederholt angegriffen wurde. Es wurde nicht bekannt gegeben, welche Bombenanschläge die geehrten Angreifer spezifisch verübt hatten, aber die Taliban waren während ihres Feldzugs gegen die Regierung für eine große Zahl von Opfern unter der Zivilbevölkerung verantwortlich.

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Haroun Rahimi, Assistenzprofessor für Recht an der Amerikanischen Universität von Afghanistan, sagte: „Die Anschläge haben Hunderte von unschuldigen Afghanen getötet. Wenn man die Täter lobt, vergrößert man den Schmerz der Familien der Opfer. Wenn die Taliban ein geeintes und friedliches Afghanistan regieren wollen, müssen sie hart an der Versöhnung arbeiten.“

Innenminister Haqqani ist es gelungen, seine Position als eine der führenden Persönlichkeiten der Taliban zu festigen, seit die Bewegung im August fast ungehindert in Kabul einmarschiert ist.

Auf ihn ist seit mehr als zehn Jahren eine Belohnung in Höhe von 10 Millionen Dollar ausgesetzt, und er weigert sich immer noch, sich fotografieren zu lassen, selbst wenn er bei öffentlichen Veranstaltungen auftritt. Auf den Bildern der Veranstaltung war sein Gesicht verpixelt oder von anderen Teilnehmern verdeckt.

Die Taliban wandten sich in den Jahren nach ihrer Entmachtung im Jahr 2001 Selbstmordattentaten zu, und diese Taktik wurde schnell zu einem ihrer gefürchtetsten Mittel.

Haqqani wurde als Anführer des Haqqani-Netzwerks der Taliban berüchtigt, das regelmäßig Selbstmordattentäter bei spektakulären Anschlägen auf hochrangige Ziele in Kabul einsetzt. Das Hotel, in dem die Zeremonie stattfand, wurde zweimal angegriffen, wobei mindestens einer dieser Angriffe dem Haqqani Network zugeschrieben wurde.

(Aus dem Artikel Taliban minister praises suicide bombers as ‚heroes of the homeland‘ as he rewards their families, der im Telegraph erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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