„Stern“ lässt fragen, ob nicht Israel hinter Giftgaseinsatz in Syrien steht

Hans-Ulrich Jörges (Quelle: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0)

„In seiner neuesten Stern-Kolumne bietet Hans-Ulrich Jörges, Journalist und TV-Dauergast, der Welt folgende alternative Erklärung für den Giftgasanschlag auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julija an (…) Und wo Jörges schon mal seiner Phantasie freien Lauf lässt, zaubert er auch gleich noch eine alternative Erklärung für den jüngsten Giftgaseinsatz in Syrien aus dem Hut:

‚Cui bono zu fragen empfiehlt sich auch in Syrien. Am 30. März kündigt Trump überraschend den Abzug der US-Truppen an: »Um Syrien sollen sich nun andere Leute kümmern.« Am 4. April treffen sich die Präsidenten Russlands, des Iran und der Türkei in Ankara, als neue Herren in Syrien. Der Russe und der Iraner sind mit Assad verbündet. Am 1. April stimmen die islamistischen Rebellen der Aufgabe der Stadt Duma zu – Assad befindet sich auf der Siegerstraße. Und dennoch lässt er dort am 7. April, über dem letzten faktisch schon eroberten Rebellennest in der einst heftig umkämpften Region Ost-Ghuta, Giftgas abwerfen? Zu welchem Zweck? Um Trump doch noch auf dem Kriegsschauplatz zu halten? Das ist widersinnig. Geradezu verrückt. Ein Interesse, die USA in Syrien zu halten, womöglich mit einer Inszenierung, hätten ganz andere. Israel. Oder Saudi-Arabien. Oder Islamisten, die aus diesem Kreis gegen Assad bewaffnet wurden.‘

Jörges dreht frei. Während die berühmt-berüchtigten Sudelseiten des Internets wie etwa Alex Jones‘ Infowars.com noch halbseidene Indizienketten aufbauen, um ihre Verschwörungstheorien zu unterfüttern, löst Jörges sich von jeder erfahrbaren Wirklichkeit und bietet allein den alten Taschenspielertrick des ‚Cui bono‘ auf. Mit derselben Berechtigung, mit der Jörges die Behauptung in die Welt setzt, der Giftgaseinsatz in Syrien könnte auch von Israel inszeniert sein, könnte man auch behaupten, dass der Mossad das deutsche Leitungswasser mit LSD versetzt. So könnte man immerhin das Zustandekommen von Jörges‘ jüngster Kolumne erklären.“ (Tobias Blanken: „LSD im Trinkwasser“)

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