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Seit der Steinzeit: Geschichtsunterricht auf Palästinensisch

Mahmoud Al-Habbash (mitte li.) mit den Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas
Mahmoud Al-Habbash (mitte li.) mit den Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas (© Imago Images / ZUMA Wire)

Die Palästinensische Autonomiebehörde indoktriniert ihre Anhänger mit gezielten Falschdarstellungen und Lügen über die Geschichte des Landes. 

Mahmoud Al-Habbash, der Berater für religiöse und islamische Angelegenheiten des Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, erklärte in seiner von Palestine TV übertragenen Freitagspredigt vom 15. April, dass Jerusalem und Palästina bereits seit der Altsteinzeit dem palästinensischen Volk gehörten. Die israelischen Juden hingegen hätten keinerlei Verbindung zu dem Land, auf dem sie ihren Staat errichtet haben:

»Diese Besatzung wird verschwinden, während Jerusalem bestehen bleiben wird. Jerusalem geht gerade durch eine seiner dunkelsten Zeiten und sieht sich einer der schlimmsten Aggressionen ausgesetzt, die von einer Bande verübt wird, die sich aus allen Ecken und Enden der Erde versammelt hat, obwohl sie keine wie auch immer geartete Verbindung oder Beziehung zu diesem Land hat.

Das sind Leute, die sich aus allen Enden der Welt hier zusammengeschart haben und fälschlicherweise behaupten, hier ein historisches Recht zu besitzen. Sie behaupten, Gott habe Abraham dieses Recht verliehen. (…) Oh, Ihr Muslime, dieses Land gehört Abraham? Nun, wir sind seine Nachfahren. Sie hingegen haben keine rassische oder religiöse Verbindung zu Abraham.

Dieses Land gehörte schon vor den Natufiern den Kanaanitern, den Jebusitern und den frühen Palästinensern. Und es gehört uns heute, nach der islamischen Eroberung und Befreiung. Es gehört uns heute und wird uns morgen gehören, solange, bis Allah ›die Erde und alle, die auf ihr sind, erben‹ wird. [Anspielung auf Koran 19:40.]«

Solch geschichtsklitternde Argumente sind gang und gäbe in der Argumentation der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), mit der ihre Proponenten die historische Verbindung der Juden zum Land Israel leugnen und so dem jüdischen Staat die Legitimität entziehen sowie zu Gewalt gegen die »Unterdrücker« anstacheln möchten, die es auf »deine Heimat, deine Familie, dein Volk, deine Nation, deine Religion, deine heiligen Stätten, dein Geld« abgesehen hätten, wie Al-Habbash im April 2021 den Palästinensern in einer Islam-Lehrstunde im PA-Fernsehen erklärte.

Diese Geschichtsverfälschungen – denen in ihrer Absurdität keine Grenzen gesetzt zu scheinen, immerhin hat Mahmud Abbas sogar schon behauptet, die Palästinenser hätten das Alphabet erfunden – bloß als den historischen Unsinn abzutun, der sie fraglos auch sind, würde zu kurz greifen.

Vielmehr sind sie Teil einer völkisch argumentierenden Delegitimierungskampagne, mit der Israel das Existenzrecht abgesprochen werden soll. Die Palästinenser als erste Bewohner hätten die älteren Rechte und wären die eigentlichen Herren des Landes. Die Juden hingegen seien bloß Landräuber und Usurpatoren, wie es Mahmoud Al-Habbash in einer vom offiziellen TV-Sender der PA übertragenen Ansprache im Juni 2016 denn auch explizit erklärt hat:

»Sie [die Juden] sind Diebe, die das Land gestohlen haben, und die auch die Geschichte stehlen wollen. Aber die Geschichte kann sich nicht ändern und sie kann nicht gefälscht werden. Die Fakten legen Zeugnis von ihr ab.

Wir waren während der letzten 5.000 Jahre hier und haben dieses Land nicht verlassen. Unsere Vorväter sind die monotheistischen Kanaaniter und Jebusiter. Sie sind diejenigen, die Jerusalem erbaut haben, noch bevor Abraham auch nur im Lande war.«

Im Februar hatte PA-Premierminister Muhammad Shtayyeh behauptet, die Palästinenser ließen sich bis in die frühesten Zeiten der Menschheitsgeschichte zurückverfolgen, wobei sie das einzige Volk der Geschichte seien, dem es gelungen ist, alle großen Imperien besiegt zu haben:  Die Römer, Griechen, Perser, ägyptischen Pharaonen, Hyksos und Tataren, sie alle seien von den Palästinensern geschlagen worden – und die Zionisten würden dasselbe Schicksal erleiden.

»Wir haben alle Eroberer und Besatzer besiegt, die sich im Land Palästina niedergelassen haben. Im Auftrag der Märtyrer werden wir auch diese verhasste Besatzung [Israel] besiegen, sodass sie unser Land verlassen wird.«

In genau dasselbe Horn stieß nun Al-Habbash in seiner Freitagspredigt, als er seinen Zuhörern sagte, die aktuelle »Besatzung« werde von den Palästinensern beendet werden wie jede Besatzung davor auch:

»Wo sind die Römer, die Griechen, die Perser? Wo sind die Tataren? Wo sind die Kreuzritter? Wo sind sie alle? Sie alle waren hier, für eine lange oder eine kurze Zeitspanne, aber wo sind sie heute? Sie alle wurden von der Mühle der Geschichte zermalmt, während Jerusalem unverändert bleibt.«

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