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Saudis gehen gegen Separatisten im Südjemen vor

Seiyun ist Zentrum der Auseinandersetzung zwischen Separatisten und saudisch gestützter Regierung im Südjemen
Seiyun ist Zentrum der Auseinandersetzung zwischen Separatisten und saudisch gestützter Regierung im Südjemen (© Imago Images / Bashir Daher)

Durch sein militärisches Eingreifen im Jemen signalisiert Saudi-Arabien, eine Schwächung seiner eigenen Position in seinem südlichen Nachbarland nicht hinzunehmen.

Die mögliche Abspaltung des bis zur Vereinigung im Jahr 1990 selbstständigen Südjemen, der ehemaligen britischen Kolonie Aden, über die Mena-Watch Mitte Dezember vorigen Jahres berichtete, scheint erst einmal vom Tisch zu sein.

Während im Norden des Landes, der ehemaligen Jemenitischen Arabischen Republik, seit Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2004 sukzessive die Huthi-Milizen an die Macht kamen, zog sich die international anerkannte Regierung, das Presidential Leadership Council, in den Süden zurück und erhielt von Saudi-Arabien militärische Hilfe, wogegen die südjemenitischen Sezessionisten, der Southern Transitional Council (STC), von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) unterstützt wurden.

Keine der beiden Gruppen konnte jedoch die Huthi, die als Stellvertreter des Irans fungieren und lange einen Raketenkrieg gegen die Schifffahrt im Golf von Aden und gegen Israel führten, ernsthaft militärisch unter Druck setzen.

Riads rote Linien

Eine Unabhängigkeit des Südjemens hätte für Israel noch bessere strategische Vorteile mit sich gebracht als die unlängst erfolgte Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Somaliland, die auch dem Südjemen im Fall einer Abspaltung und Unabhängigkeitserklärung in Aussicht gestellt wurde. Es hat jedoch den Anschein, dass Saudi-Arabien eine Schmälerung seiner Position auf der Arabischen Halbinsel nicht zugelassen hat, die eine Aufwertung des mit den VAE verbündeten Southern Transitional Council bedeutet hätte.

In den letzten Wochen hatte dieser STC die Provinz Hadramaut mit der Hauptstadt Mukalla unter seine Kontrolle gebracht. Nach einem saudischen Luftangriff auf einen emiratischen Nachschubtransport für das STC erfolgte eine umfassende Militärintervention Saudi-Arabiens und ein überstürzter Rückzug des Southern Transitional Councils. Dabei ist nicht von der Hand zu weisen, ob hier nicht nach und wegen der Anerkennung der Republik Somaliland durch Israel auch weitergehende strategische Überlegungen seitens der Saudis eine Rolle spielten.

Sowohl die Türkei als auch Ägypten, Saudi-Arabien, die Golfstaaten und natürlich der Iran sind Player um den politischen Einfluss in der Region, weswegen eine Macht wie das saudische Königreich keine Schwächung seines Einflusses zulassen möchte. Mit dem Sieg über die südjemenitischen Separatisten hat Riad seinen wenig erfolgreichen Interventionen im Jemen seit 2015 die Nachricht hinterhergeschickt, dennoch bereit zu sein, seine roten Linien nötigenfalls mit Waffengewalt zu verteidigen.

Israel gelingt es damit jedenfalls vorerst nicht, die Huthi einzukreisen, wozu nach der Etablierung von Kontakten mit Somaliland auch eine Stärkung der südjemenitischen Separation und die Normalisierung der Beziehungen nötig gewesen wäre.

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